Kurz erklärt
Eine Dosierpumpe fördert eine genau einstellbare Flüssigkeitsmenge pro Hub oder Zeit und dient zum exakten Zugeben von Chemikalien und Zusätzen in Prozesse.
Inhalt
Was ist Dosierpumpe?
Dosierpumpen sind meist oszillierende Verdrängerpumpen. Ein Kolben oder eine Membran saugt bei jedem Hub ein definiertes Volumen an und drückt es über Rückschlagventile in die Leitung. Sie werden in Wasseraufbereitung, Chemie, Lebensmittel- und Papierherstellung eingesetzt, etwa zum Zugeben von Säuren, Laugen, Flockungsmitteln, Bioziden oder Farbstoffen.
Membrandosierpumpen trennen das Medium vollständig vom Antrieb, Kolbendosierpumpen erreichen höhere Drücke. Beim Antrieb unterscheidet man Magnetdosierpumpen für kleine Mengen und motorgetriebene Pumpen für größere Leistungen. Die Dosiermenge wird über Hublänge und Hubfrequenz eingestellt und kann über Analog- oder Impulssignale geregelt werden. Kenngrößen sind Förderleistung, Gegendruck, Dosiergenauigkeit sowie die Werkstoffe von Dosierkopf, Ventilen und Dichtungen. Peristaltik- und Zahnradpumpen werden ebenfalls zum Dosieren genutzt.
Ungenaue Dosierung entsteht häufig durch verschlissene oder verschmutzte Ventile, Gasblasen im Dosierkopf oder eine ermüdete Membran. Kristallisierende Medien setzen Ventile zu. Weil Dosierfehler Produktqualität oder Wasseraufbereitung direkt beeinflussen, gelten Dosierpumpen in vielen Prozessen als kritisch. Redundante Pumpen oder bevorratete Ersatzteile sichern dort die Versorgung.
Praxis in Instandhaltung und Beschaffung
Für Ersatzteile werden Pumpentyp, Dosierkopfgröße und die Werkstoffkombination aus der Typbezeichnung benötigt. Membran, Ventile und Dichtungen als Ersatzteilsatz vorrätig zu halten, verkürzt Stillstände in der Dosierung.
Synonyme und Abkürzungen: Dosing Pump · Metering Pump · Membrandosierpumpe · Magnetdosierpumpe · Chemikaliendosierpumpe
Häufige Fragen
Wie stellt man die Fördermenge einer Dosierpumpe ein?
Die Fördermenge ergibt sich aus dem Volumen pro Hub und der Zahl der Hübe pro Zeit. Viele Dosierpumpen erlauben beides: die Hublänge mechanisch oder elektronisch, die Hubfrequenz über Steuerung oder externes Signal. Für genaue Ergebnisse sollte die tatsächliche Menge gegen den realen Gegendruck mit einem Messzylinder ausgelitert werden.
Was ist der Unterschied zwischen Magnet- und Motordosierpumpe?
Bei der Magnetdosierpumpe bewegt ein Elektromagnet die Membran stoßweise; sie ist kompakt und für kleine Mengen geeignet. Motordosierpumpen treiben Membran oder Kolben über Elektromotor und Exzenter an und erreichen größere Förderleistungen und Drücke. Die Wahl hängt von Menge, Gegendruck und gewünschter Regelbarkeit ab.
Welche Angaben braucht man für Ersatzteile einer Dosierpumpe?
Benötigt werden Pumpentyp und vollständige Typbezeichnung, Dosierkopfgröße, Werkstoffe von Dosierkopf, Ventilen und Dichtungen sowie die Anschlussausführung. Bei Motordosierpumpen kommen Getriebeuntersetzung und Motordaten hinzu. Die Seriennummer hilft bei älteren Baureihen. Werkstoffe sollten zum Medium passen, besonders bei Säuren und Lösemitteln.
Warum dosiert eine Dosierpumpe zu wenig?
Häufige Ursachen sind verschmutzte oder verschlissene Saug- und Druckventile, Luft- oder Gasblasen im Dosierkopf, eine undichte Saugleitung, eine ermüdete Membran oder ein zu hoher Gegendruck. Ausgasende Medien erfordern oft eine automatische Entlüftung. Eine systematische Prüfung von Saugseite und Ventilen löst viele Fälle.