Kurz erklärt
Ein Regelventil ist ein Stellglied, das Durchfluss, Druck oder Temperatur in einer Anlage über einen veränderlichen Öffnungsquerschnitt stetig beeinflusst.
Inhalt
Was ist Regelventil?
Anders als Absperrarmaturen, die nur Auf oder Zu kennen, nimmt ein Regelventil beliebige Zwischenstellungen ein. Es besteht aus dem Ventilkörper mit Sitz und Kegel bzw. Drehkörper, einem Stellantrieb und meist einem Stellungsregler, der das Signal des Prozessreglers in eine genaue Hubstellung umsetzt. Regelventile finden sich in Dampf-, Wasser-, Gas- und Prozessleitungen ebenso wie in Heiz- und Kühlkreisen.
Verbreitet sind Hubventile als Durchgangs- oder Dreiwegeventile, daneben Drehkegelventile, Segmentkugelventile und Regelklappen. Zentrale Kenngröße ist der Kvs-Wert, der den Durchfluss bei voll geöffnetem Ventil und einem definierten Differenzdruck beschreibt. Weitere Auslegungsgrößen sind Ventilkennlinie (etwa linear oder gleichprozentig), Stellverhältnis, Nennweite, Nenndruck, Sitzleckage, Werkstoffe und die Art der Spindelabdichtung.
Typische Schäden sind ausgewaschene Sitze und Kegel durch Kavitation oder Erosion, undichte Stopfbuchsen und Fehler am Stellungsregler. Viele Regelventile lassen sich mit Garnituren aus Sitz, Kegel und Dichtungen instand setzen, sofern Kvs-Wert und Kennlinie der Originalgarnitur bekannt sind.
Praxis in Instandhaltung und Beschaffung
Für Ersatzgarnituren oder ein Austauschventil werden Kvs-Wert, Kennlinie, Nennweite, Nenndruck, Werkstoffe, Medium, Drücke und Temperatur sowie die Daten von Antrieb und Stellungsregler benötigt. Ohne Kvs-Wert und Kennlinie lässt sich nicht sicherstellen, dass der Regelkreis nach dem Tausch gleich arbeitet.
Synonyme und Abkürzungen: Stellventil · Control Valve · Regelarmatur · Stellgerät
Häufige Fragen
Was ist der Kvs-Wert eines Regelventils?
Der Kvs-Wert gibt an, wie viel Wasser in Kubikmetern pro Stunde bei vollständig geöffnetem Ventil und einem Differenzdruck von einem bar durch das Ventil fließt. Er dient zur Auslegung und zum Vergleich von Ventilen. Ein zu großer Kvs-Wert führt dazu, dass das Ventil fast nur im unteren Hubbereich arbeitet und schlecht regelt.
Was ist der Unterschied zwischen Regelventil und Absperrventil?
Ein Absperrventil soll eine Leitung vollständig öffnen oder dicht verschließen. Ein Regelventil verändert den Durchfluss stetig und arbeitet dauerhaft in Zwischenstellungen. Es ist dafür mit einer definierten Kennlinie, einem feinfühligen Antrieb und meist einem Stellungsregler ausgestattet. Manche Regelventile übernehmen zusätzlich eine Absperrfunktion, erreichen aber nicht immer die gleiche Dichtheit.
Welche Angaben braucht man für ein Ersatz-Regelventil?
Erforderlich sind Kvs-Wert, Ventilkennlinie, Nennweite, Nenndruck, Anschlussart und Baulänge, Werkstoffe von Gehäuse und Garnitur, Medium, Ein- und Ausgangsdruck sowie Temperatur. Hinzu kommen Antriebsart, Sicherheitsstellung bei Energieausfall und das Signal des Stellungsreglers. Die Typenschilder von Ventil und Antrieb enthalten die meisten dieser Daten.
Was bedeutet gleichprozentige Kennlinie?
Bei einer gleichprozentigen Kennlinie bewirkt jede gleich große Hubänderung eine prozentual gleiche Änderung des Durchflusses bezogen auf den aktuellen Wert. Im unteren Hubbereich ändert sich der Durchfluss daher wenig, im oberen stark. Diese Kennlinie wird häufig gewählt, wenn sich der Druckabfall über dem Ventil mit der Last deutlich verändert.