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Beschaffung & Einkauf

Preisgleitklausel

Kurz erklärt

Eine Preisgleitklausel koppelt einen vertraglich vereinbarten Preis an die Entwicklung festgelegter Kostenfaktoren wie Material-, Energie- oder Lohnkosten.

Inhalt
  1. Was ist Preisgleitklausel?
  2. Praxis in Instandhaltung und Beschaffung
  3. Häufige Fragen
  4. Verwandte Begriffe
  5. Weiterlesen

Was ist Preisgleitklausel?

Preisgleitklauseln kommen vor allem bei langfristigen Verträgen und langen Lieferzeiten zum Einsatz, wenn sich Material- oder Energiekosten bis zur Lieferung spürbar ändern können. Statt Risikoaufschläge in einen Festpreis einzurechnen, verteilen sie das Preisrisiko nach einer vorab vereinbarten Regel auf beide Vertragspartner. Abzugrenzen sind einseitige Preisvorbehalte, bei denen ein Partner den Preis ohne festgelegten Maßstab ändern kann.

Üblich ist eine Formel, die den Preis in einen festen Anteil und in variable Anteile für Material, Lohn oder Energie aufteilt. Jeder variable Anteil wird an einen Index gebunden, häufig an amtliche Preisindizes oder veröffentlichte Notierungen für bestimmte Werkstoffe. Geregelt werden außerdem Basiszeitpunkt, Stichtag der Anpassung, Schwellen, ab denen angepasst wird, und ob die Klausel in beide Richtungen wirkt.

Im Einkauf von Komponenten und Ersatzteilen finden sich Preisgleitklauseln vor allem in Rahmenverträgen und bei Teilen mit hohem Metall- oder Kunststoffanteil. Sie sollten transparent, nachvollziehbar und beidseitig gestaltet sein. Ob eine Klausel wirksam ist, insbesondere in allgemeinen Geschäftsbedingungen, hängt von ihrer Ausgestaltung im Einzelfall ab; dieser Eintrag ersetzt keine Rechtsberatung.

Praxis in Instandhaltung und Beschaffung

Vor Vertragsschluss sollte geprüft werden, ob der gewählte Index die Kostenstruktur des Teils tatsächlich abbildet und regelmäßig veröffentlicht wird. Eine Beispielrechnung im Vertrag sorgt dafür, dass beide Seiten die Anpassung später gleich verstehen. Die Formulierung selbst sollte rechtlich fachkundig geprüft werden.

Synonyme und Abkürzungen: Preisanpassungsklausel · Materialpreisgleitklausel · Price Adjustment Clause · Escalation Clause

Häufige Fragen

Wie funktioniert eine Preisgleitklausel?

Der Preis wird in einen festen und einen oder mehrere variable Anteile zerlegt, etwa für Material und Lohn. Jeder variable Anteil ist an einen Index gekoppelt. Ändert sich dieser Index zwischen einem vereinbarten Basiszeitpunkt und dem Stichtag, verändert sich der Preis anteilig. Die Berechnungsregel steht vorab im Vertrag fest, sodass beide Seiten die Anpassung nachvollziehen können.

Was gehört in eine Preisgleitklausel?

Wichtig sind der Ausgangspreis, die Aufteilung in feste und variable Anteile, die konkret benannten Indizes mit Quelle, Basis- und Anpassungszeitpunkt, gegebenenfalls Schwellen oder Obergrenzen sowie die Regel, dass Senkungen ebenso weitergegeben werden wie Erhöhungen. Ob eine konkrete Formulierung rechtlich wirksam ist, sollte im Einzelfall fachkundig geprüft werden.

Was ist der Unterschied zwischen Festpreis und Preisgleitklausel?

Beim Festpreis trägt der Lieferant das Risiko steigender Kosten und kalkuliert dafür oft einen Sicherheitsaufschlag ein. Mit einer Preisgleitklausel folgt der Preis nachvollziehbar der Kostenentwicklung, nach oben wie nach unten. Für den Käufer bedeutet das meist weniger Risikoaufschlag, aber auch weniger Planungssicherheit beim Budget.

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