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Ersatzteile & Obsoleszenz

Second Source (Zweitquelle)

Kurz erklärt

Eine Second Source ist eine zweite, gleichwertige Bezugsquelle für ein Bauteil, die bei Ausfall oder Engpass des Hauptlieferanten die Versorgung sichert.

Inhalt
  1. Was ist Second Source?
  2. Praxis in Instandhaltung und Beschaffung
  3. Häufige Fragen
  4. Verwandte Begriffe
  5. Weiterlesen

Was ist Second Source?

Als Second Source oder Zweitquelle bezeichnet man einen zusätzlichen Lieferanten oder Hersteller, der ein technisch gleichwertiges Teil liefern kann. Der Begriff stammt ursprünglich aus der Elektronik, wo Bauteile unter Lizenz von mehreren Herstellern gefertigt wurden. Abzugrenzen ist er vom Dual Sourcing, bei dem zwei Lieferanten dauerhaft parallel Mengen erhalten: Eine Second Source kann auch nur qualifiziert sein und erst im Bedarfsfall aktiviert werden.

Man unterscheidet die Zweitquelle für dasselbe Originalteil, etwa einen weiteren autorisierten Händler, und die Zweitquelle für ein Alternativteil eines anderen Herstellers. Im zweiten Fall muss die Gleichwertigkeit nachgewiesen werden, üblicherweise über einen Abgleich von Form, Passung und Funktion, Datenblättern, Werkstoffen und gegebenenfalls Zulassungen. Erst nach dieser Qualifizierung gilt die Quelle als freigegeben.

In der Ersatzteilversorgung reduziert eine Second Source das Risiko von Lieferengpässen, Abkündigungen und Preissprüngen beim Einzellieferanten. Sie verursacht aber Aufwand für Prüfung, Stammdatenpflege und Lieferantenbewertung. Deshalb lohnt sie sich vor allem für kritische Ersatzteile und Komponenten mit langen Wiederbeschaffungszeiten.

Praxis in Instandhaltung und Beschaffung

Für die Qualifizierung einer Zweitquelle sollten Herstellerteilenummer, Datenblatt, Zeichnung, Werkstoffangaben und erforderliche Zertifikate vorliegen. Freigegebene Alternativen gehören mit Freigabedatum und etwaigen Einschränkungen in die Stammdaten, damit sie im Störfall ohne erneute Prüfung bestellt werden können.

Synonyme und Abkürzungen: Zweitquelle · Second Sourcing · Zweitlieferant · alternative Bezugsquelle

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Second Source und Dual Sourcing?

Beim Dual Sourcing teilt ein Unternehmen den laufenden Bedarf dauerhaft auf zwei Lieferanten auf. Eine Second Source muss dagegen nicht regelmäßig liefern: Sie kann qualifiziert und freigegeben sein, aber erst bei Ausfall, Engpass oder Abkündigung beim Hauptlieferanten zum Einsatz kommen. Dual Sourcing ist damit eine Form, eine Zweitquelle aktiv zu nutzen.

Wie qualifiziert man eine Second Source für ein Ersatzteil?

Zunächst werden die technischen Anforderungen festgelegt: Abmessungen, Anschlüsse, Leistungsdaten, Werkstoffe und nötige Zulassungen. Dann vergleicht man Datenblätter und Zeichnungen der Alternative, prüft bei Bedarf Muster im Wareneingang oder im Probeeinsatz und bewertet den Lieferanten. Das Ergebnis wird dokumentiert, damit die Freigabe nachvollziehbar bleibt.

Für welche Teile lohnt sich eine Zweitquelle?

Besonders sinnvoll ist sie bei Teilen, deren Ausfall eine Anlage stilllegt, bei langen Wiederbeschaffungszeiten, bei Teilen, die nur ein einziger Hersteller anbietet, und bei Komponenten mit absehbarer Abkündigung. Für günstige Standardteile mit vielen Anbietern ist der Qualifizierungsaufwand dagegen meist nicht gerechtfertigt.

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