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Hydraulik, Pneumatik & Dichtungstechnik

Druckbegrenzungsventil

Kurz erklärt

Ein Druckbegrenzungsventil öffnet, sobald der Systemdruck einen eingestellten Wert erreicht, und schützt so Pumpen, Leitungen und Verbraucher vor Überlast.

Inhalt
  1. Was ist Druckbegrenzungsventil?
  2. Praxis in Instandhaltung und Beschaffung
  3. Häufige Fragen
  4. Verwandte Begriffe
  5. Weiterlesen

Was ist Druckbegrenzungsventil?

Das Druckbegrenzungsventil gehört zu den Druckventilen und ist in nahezu jedem Hydraulikkreis vorhanden, meist direkt hinter der Pumpe. Ist der Einstelldruck erreicht, hebt ein Ventilkörper gegen eine Feder ab und leitet den überschüssigen Volumenstrom in den Tank. Dadurch bleibt der Druck begrenzt, auch wenn ein Zylinder am Anschlag steht oder eine Leitung blockiert ist.

Direktgesteuerte Ventile sind einfach aufgebaut und reagieren schnell, eignen sich aber eher für kleinere Volumenströme. Vorgesteuerte Ventile nutzen ein kleines Vorsteuerventil, das den Hauptkolben öffnet; sie arbeiten auch bei großen Volumenströmen mit stabiler Kennlinie und können ferngesteuert oder elektrisch umgeschaltet werden. Kenngrößen sind Nenngröße, Druckstufe beziehungsweise Einstellbereich, maximaler Volumenstrom und Bauform als Einschraub-, Platten- oder Leitungsventil. Abzugrenzen ist das Sicherheitsventil für Druckbehälter mit eigenen Prüf- und Zulassungsanforderungen.

Verschleiß am Sitz, gebrochene Federn oder Schmutz führen zu Leckage oder falschem Öffnungsdruck. Häufiges Ansprechen erzeugt Wärme. Als zentrales Schutzelement sollte das Druckbegrenzungsventil bei Inspektionen auf Leckage und Ansprechdruck geprüft werden. Ein klemmendes Ventil kann im ungünstigen Fall Pumpe, Schläuche und Zylinder überlasten.

Praxis in Instandhaltung und Beschaffung

Beim Ersatz müssen Nenngröße, Bauform, Einstellbereich und eingestellter Druck bekannt sein; der Einstelldruck sollte vor dem Ausbau dokumentiert werden. Verstellungen am Ventil sind nur durch fachkundiges Personal und mit Manometerkontrolle vorzunehmen.

Synonyme und Abkürzungen: DBV · Pressure Relief Valve · Überdruckventil · Relief Valve

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Druckbegrenzungsventil und Druckminderventil?

Das Druckbegrenzungsventil begrenzt den Druck am Eingang, indem es bei Erreichen des Einstellwerts öffnet und Öl zum Tank ableitet; im Normalbetrieb ist es geschlossen. Das Druckminderventil reduziert dagegen einen höheren Eingangsdruck auf einen niedrigeren, konstanten Ausgangsdruck für einen Teilkreis; es ist im Normalbetrieb geöffnet.

Was ist der Unterschied zwischen direktgesteuertem und vorgesteuertem Druckbegrenzungsventil?

Beim direktgesteuerten Ventil wirkt der Systemdruck unmittelbar gegen die Feder des Ventilkörpers. Das ist einfach und schnell, die Kennlinie steigt aber mit zunehmendem Volumenstrom deutlich an. Beim vorgesteuerten Ventil öffnet ein kleines Vorsteuerventil zuerst und entlastet den Hauptkolben. So bleibt der Druck auch bei großen Volumenströmen stabil.

Welche Angaben braucht man, um ein Druckbegrenzungsventil zu ersetzen?

Wichtig sind Bauform als Einschraub-, Platten- oder Leitungsventil, Nenngröße, Anschlussbild oder Gewinde, Druckeinstellbereich, eingestellter Druck, maximaler Volumenstrom und Art der Verstellung. Bei vorgesteuerten Ventilen kommen Fernsteuerung oder elektrische Entlastung hinzu. Typenschild oder Prägung am Ventilkörper liefern die genaue Bezeichnung.

Ist ein Druckbegrenzungsventil dasselbe wie ein Sicherheitsventil?

Nicht ganz. Druckbegrenzungsventile in Hydrauliksystemen sind Funktionsbauteile, die den Arbeitsdruck begrenzen. Sicherheitsventile an Druckbehältern und Dampfanlagen sind Ausrüstungsteile mit Sicherheitsfunktion und unterliegen eigenen Normen sowie Prüf- und Kennzeichnungspflichten. Welche Anforderungen gelten, ergibt sich aus der Anlage und den einschlägigen Vorschriften.

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