Kurz erklärt
Eine Hydraulikpumpe wandelt mechanische Antriebsenergie in hydraulische Energie um, indem sie Druckflüssigkeit in einen Hydraulikkreislauf fördert.
Inhalt
Was ist Hydraulikpumpe?
Hydraulikpumpen arbeiten nach dem Verdrängerprinzip: Sich vergrößernde und verkleinernde Kammern saugen Hydraulikflüssigkeit an und drücken sie in das System. Der Druck entsteht erst durch den Widerstand der Verbraucher, etwa Zylinder oder Motoren. Wichtige Bauarten sind Zahnradpumpen, Flügelzellenpumpen, Axialkolbenpumpen und Radialkolbenpumpen. Sie unterscheiden sich in Druckbereich, Wirkungsgrad, Geräuschverhalten und Kosten.
Bei Konstantpumpen ist das Fördervolumen je Umdrehung fest, bei Verstellpumpen lässt es sich über Regler an den Bedarf anpassen, etwa druck- oder leistungsgeregelt. Kenngrößen sind Verdrängungsvolumen in Kubikzentimetern pro Umdrehung, maximaler Betriebsdruck, Drehzahlbereich, Drehrichtung sowie Wellen- und Flanschausführung.
Viele Pumpenausfälle haben ihre Ursache außerhalb der Pumpe: verschmutztes Öl, Luft im System, falsche Viskosität oder Kavitation auf der Saugseite. Eine wirksame Filtration, regelmäßige Ölanalysen und die Überwachung von Leckölmenge und Geräusch helfen, Pumpenschäden früh zu erkennen und Folgeschäden im übrigen System zu vermeiden.
Praxis in Instandhaltung und Beschaffung
Für einen Austausch sind Typenschlüssel, Drehrichtung, Wellenende, Flansch und Reglerausführung entscheidend. Vor dem Einbau einer Ersatzpumpe sollte die Ausfallursache geklärt und das Hydrauliköl geprüft werden.
Synonyme und Abkürzungen: Hydropumpe · Hydraulic Pump · Verdrängerpumpe (Oberbegriff)
Häufige Fragen
Wie berechnet man den Förderstrom einer Hydraulikpumpe?
Der theoretische Förderstrom ergibt sich aus Verdrängungsvolumen mal Drehzahl. Eine Pumpe mit 28 cm³ pro Umdrehung liefert bei 1.500 Umdrehungen pro Minute theoretisch 42 Liter pro Minute. Durch innere Leckage liegt der tatsächliche Wert darunter; bei einem volumetrischen Wirkungsgrad von 0,95 sind es rund 40 Liter pro Minute. Mit zunehmendem Verschleiß sinkt dieser Wirkungsgrad.
Woran erkennt man eine verschlissene Hydraulikpumpe?
Typische Anzeichen sind lautere oder veränderte Laufgeräusche, langsamere Bewegungen der Verbraucher, ein nicht mehr erreichter Systemdruck, eine steigende Leckölmenge und höhere Öltemperaturen. Weil ähnliche Symptome auch von Ventilen, Filtern oder Zylindern ausgehen können, sollte vor dem Pumpentausch eine systematische Messung von Druck, Förderstrom und Leckölmenge erfolgen.
Was ist Kavitation und warum schadet sie der Pumpe?
Kavitation entsteht, wenn der Druck auf der Saugseite so weit sinkt, dass sich Dampf- oder Luftblasen im Öl bilden. Diese fallen im Hochdruckbereich schlagartig zusammen und tragen Material von Oberflächen ab. Hörbar ist das oft als prasselndes Geräusch. Ursachen sind etwa verstopfte Saugfilter, zu enge Saugleitungen, zu kaltes und damit zu zähes Öl oder zu hohe Drehzahlen.