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Hydraulik, Pneumatik & Dichtungstechnik

Gleitringdichtung

Kurz erklärt

Eine Gleitringdichtung dichtet rotierende Wellen, etwa in Pumpen und Rührwerken, über zwei axial aneinander gleitende Dichtflächen ab.

Inhalt
  1. Was ist Gleitringdichtung?
  2. Praxis in Instandhaltung und Beschaffung
  3. Häufige Fragen
  4. Verwandte Begriffe
  5. Weiterlesen

Was ist Gleitringdichtung?

Die Gleitringdichtung, auch axiale Gleitringdichtung genannt, besteht aus einem mit der Welle umlaufenden Gleitring und einem feststehenden Gegenring. Federn drücken die Ringe aneinander; zwischen den sehr ebenen Dichtflächen bildet sich ein dünner Schmierfilm. Nebendichtungen wie O-Ringe oder Faltenbälge dichten die Ringe gegenüber Welle und Gehäuse ab. Typische Werkstoffpaarungen sind Kohlegraphit, Siliziumkarbid, Wolframkarbid oder Keramik.

Man unterscheidet Einzel- und Doppeldichtungen, unausgeglichene und ausgeglichene Bauformen sowie Patronendichtungen, die als vormontierte Einheit eingebaut werden. Einbaumaße für gängige Bauformen sind in der EN 12756 genormt; für Pumpen in Raffinerie, Petrochemie und Chemie gilt häufig die API 682.

Die Auswahl richtet sich nach Medium, Druck, Temperatur, Drehzahl und Wellendurchmesser. Häufige Schadensursachen sind Trockenlauf, Feststoffe im Medium, ungeeignete Werkstoffe und Montagefehler. Leckagen an der Dichtung sind oft das erste sichtbare Zeichen eines Problems und sollten frühzeitig untersucht werden.

Praxis in Instandhaltung und Beschaffung

Für einen passenden Ersatz werden Pumpenhersteller und -typ, Wellendurchmesser, Bauform und Werkstoffcode der Dichtung benötigt. Der Werkstoffcode ist oft auf der Dichtung oder im Pumpendatenblatt angegeben.

Synonyme und Abkürzungen: GLRD · Mechanical Seal · axiale Gleitringdichtung · Wellendichtung (Oberbegriff)

Häufige Fragen

Ist eine leichte Leckage an der Gleitringdichtung normal?

Ja, in geringem Umfang. Der Schmierfilm zwischen den Dichtflächen bedingt eine minimale Leckage, die bei vielen Medien als Dampf entweicht und kaum sichtbar ist. Deutliches Tropfen, Kristallablagerungen oder eine zunehmende Leckmenge weisen dagegen auf Verschleiß, Beschädigung oder ungünstige Betriebsbedingungen hin. Zulässige Werte hängen von Dichtung und Anwendung ab und stehen in den Herstellerangaben.

Was ist eine Patronendichtung und welche Vorteile hat sie?

Eine Patronendichtung, auch Cartridge-Dichtung genannt, ist eine vormontierte Einheit aus Gleitring, Gegenring, Federn, Nebendichtungen und Wellenhülse. Sie wird als Ganzes auf die Welle geschoben und fixiert. Das verringert Montagefehler, weil Einbaumaß und Vorspannung bereits eingestellt sind, und verkürzt die Stillstandszeit. Dafür ist sie in der Anschaffung meist teurer als eine Einzelkomponentendichtung.

Was ist der Unterschied zwischen Einzel- und Doppeldichtung?

Eine Einzeldichtung besitzt ein Dichtflächenpaar und genügt für viele unkritische Medien. Eine Doppeldichtung hat zwei Paare, zwischen denen ein Sperr- oder Spülmedium zirkuliert. Sie wird bei giftigen, brennbaren, abrasiven oder zum Kristallisieren neigenden Medien eingesetzt, weil das Produkt nicht direkt in die Umgebung gelangt. Dafür ist ein Versorgungssystem für das Sperrmedium erforderlich.

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