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Hydraulik, Pneumatik & Dichtungstechnik

Radialwellendichtring

Kurz erklärt

Ein Radialwellendichtring ist eine Dichtung für rotierende Wellen, deren federbelastete Lippe radial auf der Welle läuft und Schmierstoff im Gehäuse hält.

Inhalt
  1. Was ist Radialwellendichtring?
  2. Praxis in Instandhaltung und Beschaffung
  3. Häufige Fragen
  4. Verwandte Begriffe
  5. Weiterlesen

Was ist Radialwellendichtring?

Radialwellendichtringe, kurz RWDR, dichten Wellendurchführungen von Getrieben, Elektromotoren, Pumpen und Lagerungen ab. Sie halten Öl oder Fett im Gehäuse und verhindern das Eindringen von Staub und Spritzwasser. Ein dünner Schmierfilm unter der Dichtlippe sorgt für geringe Reibung und Verschleiß.

Ein RWDR besteht aus einem Versteifungsring aus Metall, der Dichtlippe aus Elastomer oder PTFE und einer Zugfeder. Abmessungen und Bauformen beschreiben DIN 3760 und ISO 6194; verbreitet sind Bauformen mit gummiertem oder metallischem Außenmantel, mit oder ohne zusätzliche Schutzlippe gegen Schmutz. Bezeichnet wird ein RWDR über Wellendurchmesser, Bohrungsdurchmesser und Breite, etwa 40 x 62 x 8. Weitere Kenngrößen sind Werkstoff, zulässige Umfangsgeschwindigkeit, Temperatur und Druckdifferenz.

Häufige Ausfallursachen sind eingelaufene oder beschädigte Wellenoberflächen, Trockenlauf, verhärtete Lippen durch Überhitzung, Schmutzeintrag sowie Überdruck im Gehäuse, für den Standard-RWDR nicht ausgelegt sind. Auch Montagefehler wie schräges Einpressen oder Beschädigung an Wellenkanten führen zu frühen Leckagen.

Praxis in Instandhaltung und Beschaffung

Bei der Anfrage sollten neben den drei Maßen Bauform, Werkstoff, Medium, Drehzahl und Temperatur angegeben werden. Zeigt die Welle eine Einlaufspur, hilft ein versetzter Einbau oder eine Wellenschutzhülse; sonst ist auch der neue Ring schnell undicht.

Synonyme und Abkürzungen: RWDR · Wellendichtring · Radialdichtring · Rotary Shaft Seal · Oil Seal

Häufige Fragen

Wie liest man die Bezeichnung eines Radialwellendichtrings?

Die Zahlen geben Wellendurchmesser, Gehäusebohrung und Breite in Millimetern an, zum Beispiel 35 x 52 x 7. Ergänzt werden Bauform, etwa mit oder ohne Schutzlippe, und Werkstoff der Dichtlippe wie NBR oder FKM. Manche Kennzeichnungen enthalten zusätzlich Angaben zur Drallrichtung oder zu Rückförderstrukturen auf der Lippe.

Was ist der Unterschied zwischen Radialwellendichtring und Gleitringdichtung?

Der Radialwellendichtring dichtet mit einer Lippe radial auf der Wellenoberfläche und eignet sich für Schmierstoffe bei geringer Druckdifferenz. Die Gleitringdichtung dichtet axial zwischen zwei präzise geläppten Ringen und wird vor allem in Pumpen und Rührwerken für Prozessmedien und höhere Drücke eingesetzt. Sie ist aufwendiger und teurer als ein RWDR.

Welche Anforderungen stellt ein Radialwellendichtring an die Welle?

Die Lauffläche muss ausreichend hart, rund und glatt sein und sollte drallfrei bearbeitet werden, damit kein Öl aus- oder Schmutz eingefördert wird. Eine Einführschräge an der Wellenkante erleichtert die Montage. Ist die Welle an der Dichtstelle eingelaufen, kann eine dünne Wellenschutzhülse eine neue Lauffläche schaffen, ohne die Welle zu tauschen.

Warum wird ein neuer Wellendichtring schnell undicht?

Häufige Gründe sind eine eingelaufene Welle, Beschädigungen der Lippe beim Aufschieben über Kanten oder Passfedernuten, schräger Einbau, Trockenlauf beim Anfahren oder ein falscher Werkstoff für Medium und Temperatur. Auch ein erhöhter Innendruck im Gehäuse, etwa durch eine verstopfte Entlüftung, kann die Lippe abheben lassen.

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