Kurz erklärt
Eine Flachdichtung ist eine flache, statische Dichtung, die zwischen zwei ebenen Flächen, etwa Rohrflanschen oder Gehäusedeckeln, verpresst wird.
Inhalt
Was ist Flachdichtung?
Flachdichtungen dichten ruhende Verbindungen ab, bei denen sich die Bauteile im Betrieb nicht gegeneinander bewegen. Die Schraubenkraft presst die Dichtung so stark zusammen, dass sie Unebenheiten der Dichtflächen ausfüllt und das Medium nicht durchtreten kann. Haupteinsatzgebiete sind Rohrleitungsflansche, Pumpen- und Armaturengehäuse, Behälterdeckel und Getriebegehäuse.
Je nach Druck, Temperatur und Medium kommen gebundene Faserstoffe, expandierter Graphit, PTFE, Elastomere oder Metall-Weichstoff-Dichtungen wie Kammprofil- und Spiralwickeldichtungen zum Einsatz. Für nichtmetallische Flachdichtungen an Flanschen mit PN-Bezeichnung beschreibt EN 1514-1 die Abmessungen. Kenngrößen sind Innen- und Außendurchmesser, Dicke, Lochbild, Werkstoff, zulässige Flächenpressung sowie Temperatur- und Medienbeständigkeit.
Leckagen entstehen meist durch zu geringe oder ungleichmäßige Flächenpressung, Setzen der Dichtung, wiederverwendete Dichtungen, beschädigte Dichtflächen oder einen für Medium und Temperatur ungeeigneten Werkstoff. Flanschdichtungen werden daher bei jeder Demontage ersetzt. Bei Verbindungen mit erhöhten Anforderungen wird die Montage oft mit definiertem Anzugsmoment und festgelegter Anzugsreihenfolge durchgeführt und dokumentiert, damit die Dichtung gleichmäßig verpresst wird.
Praxis in Instandhaltung und Beschaffung
Für Flanschdichtungen genügen meist Nennweite, Nenndruck, Dichtungsform und Werkstoff, bei Sonderformen werden Zeichnung oder Schablone mit allen Maßen benötigt. Medium, Druck und Temperatur sollten immer angegeben werden, damit der Werkstoff geprüft werden kann; das Anzugsmoment der Schrauben gehört in die Montageanleitung.
Synonyme und Abkürzungen: Flanschdichtung · Dichtscheibe · statische Dichtung
Häufige Fragen
Welche Angaben braucht man für eine Flanschdichtung?
Für Standardflansche reichen Nennweite, Nenndruck oder Druckstufe, Flanschform und Dichtungswerkstoff, zum Beispiel DN 100 PN 16 mit Ring- oder Volldichtung. Für Sonderteile werden Innen- und Außendurchmesser, Dicke, Lochkreis, Anzahl und Durchmesser der Bohrungen benötigt. Zusätzlich sollten Medium, Druck und Temperatur genannt werden.
Kann man eine Flachdichtung wiederverwenden?
In der Regel nicht. Eine Flachdichtung wird beim Anziehen bleibend verformt und passt sich den Dichtflächen an. Nach dem Lösen fehlt ihr die Rückfederung, um bei erneutem Anziehen wieder dicht zu werden. Deshalb wird bei jeder Demontage eine neue Dichtung eingesetzt, auch wenn die alte noch unbeschädigt aussieht.
Was ist der Unterschied zwischen Ringdichtung und Volldichtung?
Eine Ringdichtung liegt nur innerhalb des Lochkreises zwischen den Flanschflächen, die Schrauben verlaufen außerhalb. Eine Volldichtung deckt die gesamte Flanschfläche ab und hat Bohrungen für die Schrauben. Welche Form benötigt wird, hängt von der Flanschbauart und der Konstruktion ab; beide dürfen nicht ohne Prüfung gegeneinander getauscht werden.
Welcher Werkstoff eignet sich für Flachdichtungen bei hohen Temperaturen?
Bei hohen Temperaturen werden häufig Graphitdichtungen, Glimmerwerkstoffe oder Metall-Weichstoff-Dichtungen wie Kammprofil- und Spiralwickeldichtungen eingesetzt. Welche Variante passt, hängt zusätzlich von Druck, Medium und Flanschbauart ab. Die Grenzwerte sind werkstoff- und herstellerspezifisch und sollten anhand der Datenblätter geprüft werden.