Kurz erklärt
Instandhaltung umfasst nach DIN 31051 alle Maßnahmen, die den funktionsfähigen Zustand einer Anlage erhalten oder wiederherstellen.
Inhalt
Was ist Instandhaltung?
Die DIN 31051 gliedert die Instandhaltung in vier Grundmaßnahmen. Wartung verzögert den Abbau des Abnutzungsvorrats, etwa durch Schmieren, Reinigen oder Nachstellen. Inspektion stellt den Ist-Zustand fest und bewertet ihn. Instandsetzung führt eine Einheit nach einem Fehler oder Schaden in den funktionsfähigen Zustand zurück. Verbesserung steigert die Zuverlässigkeit oder Instandhaltbarkeit, ohne die geforderte Funktion zu ändern. Ergänzend definiert die DIN EN 13306 die Begriffe der Instandhaltung europaweit.
Nach dem Zeitpunkt des Eingriffs unterscheidet man reaktive (ausfallbedingte), präventive (zeit- oder nutzungsabhängige), zustandsorientierte und vorausschauende Instandhaltung. Welche Strategie passt, hängt von Ausfallfolgen, Kosten und Planbarkeit ab. Kritische Aggregate werden meist zustandsorientiert überwacht, unkritische Komponenten oft bis zum Ausfall betrieben.
Jede Strategie setzt voraus, dass die benötigten Ersatzteile rechtzeitig verfügbar sind. Instandhaltung und Ersatzteilmanagement sind deshalb eng verzahnt: Wartungspläne bestimmen den planbaren Bedarf, Ausfallrisiken den Sicherheitsbestand.
Praxis in Instandhaltung und Beschaffung
Für geplante Stillstände sollten Teilelisten frühzeitig an den Einkauf gehen, damit lange Lieferzeiten den Termin nicht gefährden. Bei ausfallbedingten Reparaturen entscheidet die schnelle und eindeutige Identifikation des defekten Teils über die Dauer des Stillstands.
Synonyme und Abkürzungen: Maintenance · Anlageninstandhaltung · Wartung und Instandsetzung (umgangssprachlich)
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Wartung, Inspektion und Instandsetzung?
Wartung umfasst vorbeugende Tätigkeiten wie Schmieren, Reinigen oder Nachstellen, die den Verschleiß verlangsamen. Die Inspektion ermittelt und bewertet den aktuellen Zustand, etwa durch Sichtprüfung oder Messungen. Instandsetzung bezeichnet die Reparatur nach einem Fehler oder Schaden, meist durch Austausch oder Aufarbeitung von Teilen. Zusammen mit der Verbesserung bilden diese Maßnahmen die Grundbausteine der Instandhaltung.
Welche Instandhaltungsstrategie ist die richtige?
Eine allgemein beste Strategie gibt es nicht. Die Wahl richtet sich nach den Folgen eines Ausfalls, der Vorhersehbarkeit des Verschleißes und dem Aufwand für Überwachung. Für unkritische, leicht ersetzbare Teile kann der Betrieb bis zum Ausfall wirtschaftlich sein. Engpassanlagen werden dagegen eher zustandsorientiert oder vorausschauend betreut. In der Praxis kombinieren Betriebe mehrere Strategien, abgestimmt auf die einzelnen Aggregate.
Welche Kennzahlen nutzt man in der Instandhaltung?
Verbreitet sind die mittlere Betriebsdauer zwischen Ausfällen (MTBF), die mittlere Reparaturdauer (MTTR), die technische Verfügbarkeit und die Gesamtanlageneffektivität (OEE). Daneben werden Instandhaltungskosten im Verhältnis zum Anlagenwert, der Anteil geplanter gegenüber ungeplanten Aufträgen und die Ersatzteilverfügbarkeit beobachtet. Aussagekräftig werden die Werte erst, wenn Störungen und Eingriffe konsequent und einheitlich erfasst werden.