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Automatisierung & Antriebstechnik

Kabelverschraubung

Kurz erklärt

Eine Kabelverschraubung führt ein Kabel dicht und zugentlastet in ein Gehäuse ein und schützt die Einführung gegen Staub, Wasser und Herausziehen.

Inhalt
  1. Was ist Kabelverschraubung?
  2. Praxis in Instandhaltung und Beschaffung
  3. Häufige Fragen
  4. Verwandte Begriffe
  5. Weiterlesen

Was ist Kabelverschraubung?

Kabelverschraubungen sitzen überall dort, wo Leitungen in Schaltschränke, Klemmenkästen, Motoren oder Geräte eintreten. Ein Dichteinsatz wird beim Anziehen der Hutmutter radial gegen den Kabelmantel gepresst. Dadurch entsteht die Abdichtung und zugleich eine Zugentlastung, die Klemmstellen im Inneren vor mechanischer Belastung bewahrt.

Kenngrößen sind Anschlussgewinde, Klemmbereich, Werkstoff, IP-Schutzart und Temperaturbereich. Heute dominieren metrische Gewinde wie M16x1,5, M20x1,5 oder M25x1,5; in älteren Anlagen findet sich noch das Panzergewinde (PG). Werkstoffe sind Polyamid, vernickeltes Messing und Edelstahl, etwa für Lebensmittel- oder Chemiebereiche. Sonderausführungen gibt es für EMV mit Schirmkontaktierung, für explosionsgefährdete Bereiche, mit Biegeschutz oder als Mehrfacheinsatz für mehrere Leitungen.

Ausfälle entstehen durch versprödete Dichteinsätze, falsch gewählten Klemmbereich, fehlende Gegenmuttern oder Dichtringe und UV- oder Chemikalienbelastung. Eine undichte Einführung kann Feuchtigkeit in Klemmenkästen und Elektronik leiten. Als typisches C-Teil wird die Kabelverschraubung im Einkauf oft unterschätzt. Eine kleine, standardisierte Auswahl gängiger Gewindegrößen und Klemmbereiche im Lager verhindert, dass ein fehlendes Kleinteil eine Instandsetzung im Schaltschrank verzögert.

Praxis in Instandhaltung und Beschaffung

Für den Ersatz werden Gewindegröße und -art, Gewindelänge, Klemmbereich passend zum Kabelaußendurchmesser, Werkstoff, Schutzart und gegebenenfalls EMV- oder Ex-Ausführung benötigt. Gegenmutter und Dichtring sollten gleich mitbestellt werden.

Synonyme und Abkürzungen: Kabeleinführung · Cable Gland · Kabelverschraubung metrisch · PG-Verschraubung · EMV-Kabelverschraubung

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen PG- und metrischer Kabelverschraubung?

PG steht für Panzergewinde, ein älteres Gewindesystem mit eigenem Flankenwinkel und Steigungen. Metrische Kabelverschraubungen nutzen ISO-Feingewinde mit 1,5 mm Steigung und haben PG in Neuanlagen weitgehend abgelöst. Beide Systeme sind nicht direkt kompatibel. Für bestehende Gehäusebohrungen mit PG-Gewinde gibt es Reduzierungen oder Adapter.

Wie wählt man den richtigen Klemmbereich?

Der Klemmbereich gibt den minimalen und maximalen Kabelaußendurchmesser an, für den die Verschraubung dicht und zugentlastet ist. Der tatsächliche Durchmesser des Kabels sollte gemessen werden und möglichst in der Mitte dieses Bereichs liegen. Liegt er am Rand, leiden Dichtheit oder Zugentlastung.

Welche Angaben braucht man, um eine Kabelverschraubung zu bestellen?

Wichtig sind Gewindegröße und Gewindeart, Gewindelänge passend zur Wandstärke, Klemmbereich, Werkstoff, Schutzart und Temperaturbereich. Hinzu kommen Sonderanforderungen wie EMV-Schirmung, Eignung für explosionsgefährdete Bereiche oder lebensmittelgerechte Ausführung. Gegenmutter und Dichtring werden häufig separat geführt. Ein Foto der Einbausituation erleichtert die Zuordnung.

Wann braucht man eine EMV-Kabelverschraubung?

Eine EMV-Kabelverschraubung wird eingesetzt, wenn der Schirm eines geschirmten Kabels großflächig mit dem Gehäuse verbunden werden soll. Das ist typisch bei Motorleitungen an Frequenzumrichtern, Servoantrieben oder empfindlicher Messtechnik. Die Kontaktierung über den Umfang leitet Störströme besser ab als ein einzelner Schirmanschlussdraht.

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