Kurz erklärt
Ein Leistungsschalter ist ein Schaltgerät, das Betriebsströme schaltet und Überlast- sowie Kurzschlussströme selbsttätig sicher abschaltet.
Inhalt
Was ist Leistungsschalter?
Leistungsschalter schützen Anlagen, Verteilungen und Kabel und können auch große Kurzschlussströme abschalten, ohne selbst zerstört zu werden. Nach einer Auslösung lassen sie sich wieder einschalten, anders als Schmelzsicherungen. In der Niederspannung werden sie nach der Normenreihe IEC/EN 60947 beschrieben. In der Mittel- und Hochspannung gibt es eigene Bauarten, etwa mit Vakuum- oder Gaslöschung.
In Niederspannungsanlagen unterscheidet man Kompaktleistungsschalter im Formstoffgehäuse und offene Leistungsschalter für hohe Ströme, oft in Einschubtechnik. Die Auslösung erfolgt thermomagnetisch oder elektronisch; elektronische Auslöser bieten einstellbare Schutzfunktionen gegen Überlast, kurzverzögerten und unverzögerten Kurzschluss sowie teilweise Erdschluss. Kenngrößen sind Bemessungsstrom, Bemessungsspannung, Grenz- und Betriebskurzschlussausschaltvermögen, Polzahl, Auslösertyp sowie Zubehör wie Motorantrieb, Hilfsschalter und Spannungsauslöser. Abgestufte Einstellungen sorgen für Selektivität zwischen vor- und nachgeschalteten Schutzgeräten.
Leistungsschalter sind in Hauptverteilungen, Einspeisungen und großen Abgängen verbaut. Bei älteren Geräten sind Ersatzteile wie Auslöser, Antriebe und Kontakte oft abgekündigt, was für die Ersatzteilplanung relevant ist.
Praxis in Instandhaltung und Beschaffung
Für den Ersatz müssen Bemessungsstrom, Ausschaltvermögen, Polzahl, Auslöserart mit Einstellwerten, Einbauart (fest oder Einschub) und Zubehör bekannt sein. Ein anderes Gerät kann die Selektivität der Anlage verändern; die Auswahl sollte deshalb mit der verantwortlichen Elektrofachkraft abgestimmt werden.
Synonyme und Abkürzungen: Circuit Breaker · Kompaktleistungsschalter · Offener Leistungsschalter · MCCB · ACB
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Leistungsschalter und Leitungsschutzschalter?
Leitungsschutzschalter sind kleine, meist nicht einstellbare Geräte für Endstromkreise mit begrenztem Ausschaltvermögen. Leistungsschalter decken höhere Ströme ab, haben ein größeres Ausschaltvermögen und häufig einstellbare Auslöser. Sie werden für Einspeisungen, Hauptverteilungen und große Verbraucher eingesetzt. Die normativen Grundlagen sind unterschiedlich.
Was bedeuten Icu und Ics beim Leistungsschalter?
Icu ist das Bemessungs-Grenzkurzschlussausschaltvermögen, also der höchste Kurzschlussstrom, den der Schalter abschalten kann. Ics ist das Betriebskurzschlussausschaltvermögen, bei dem der Schalter danach weiter betriebsfähig bleibt. Beide Werte müssen mindestens dem am Einbauort möglichen Kurzschlussstrom entsprechen, der aus der Anlagenberechnung hervorgeht.
Welche Angaben braucht man, um einen Leistungsschalter zu ersetzen?
Benötigt werden Typenbezeichnung, Bemessungsstrom, Bemessungsspannung, Ausschaltvermögen, Polzahl, Auslöser mit allen Einstellwerten sowie Einbauart, Anschlussart und Zubehör wie Motorantrieb, Hilfsschalter oder Arbeitsstromauslöser. Bei Einschubgeräten ist auch der Einschubrahmen anzugeben. Fotos von Typenschild und Auslöser sind sehr hilfreich.
Was tun, wenn ein Leistungsschalter abgekündigt ist?
Zunächst klären, ob Ersatzgeräte, Austauschauslöser oder Retrofit-Lösungen verfügbar sind, die in vorhandene Felder passen. Viele Hersteller bieten Nachfolgetypen mit Adaptern an. Ist das nicht möglich, kommt eine Instandsetzung oder ein Umbau des Feldes infrage. In jedem Fall müssen Schutzeinstellungen und Selektivität neu bewertet werden.