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Automatisierung & Antriebstechnik

Schneckengetriebe

Kurz erklärt

Ein Schneckengetriebe ist ein Winkelgetriebe, bei dem eine Schneckenwelle ein Schneckenrad antreibt und so große Übersetzungen in einer Stufe erreicht.

Inhalt
  1. Was ist Schneckengetriebe?
  2. Praxis in Instandhaltung und Beschaffung
  3. Häufige Fragen
  4. Verwandte Begriffe
  5. Weiterlesen

Was ist Schneckengetriebe?

Im Schneckengetriebe stehen An- und Abtriebswelle meist rechtwinklig zueinander, ohne sich zu schneiden. Die Schnecke ähnelt einer Gewindespindel und greift in das Schneckenrad ein. Bereits mit einer Stufe sind hohe Untersetzungen möglich. Die Zahnflanken gleiten aufeinander, dadurch laufen Schneckengetriebe sehr leise und dämpfen Stöße, haben aber einen geringeren Wirkungsgrad als Stirnrad- oder Kegelradgetriebe.

Üblich ist eine Paarung aus gehärteter Stahlschnecke und Schneckenrad aus Bronze, die auf Gleiteigenschaften optimiert ist. Bei hohen Übersetzungen kann das Getriebe statisch selbsthemmend sein; als verlässliche Bremse oder Sicherung gegen Rücklauf gilt das aber nicht, weil Schwingungen die Hemmung aufheben können. Kenngrößen sind Übersetzung, Achsabstand, Abtriebsdrehmoment, Wirkungsgrad, Einbaulage und Wellenausführung, oft mit Hohlwelle.

Schneckengetriebe sind in Förderanlagen, Hubtischen, Rührwerken, Verpackungsmaschinen und Dosiereinrichtungen verbreitet. Typische Schäden sind Verschleiß des Bronzerads, Undichtigkeiten an Wellendichtringen und Überhitzung durch falsches oder gealtertes Öl. Verschleiß des Rads zeigt sich häufig durch Bronzeabrieb im Öl und zunehmendes Spiel am Abtrieb.

Praxis in Instandhaltung und Beschaffung

Bei einer Ersatzbeschaffung sind Übersetzung, Achsabstand, Einbaulage und Wellenausführung wichtig, da die Ölmenge von der Einbaulage abhängt. Für die Schmierung muss das Öl zur Bronzepaarung passen; der Ölwechsel sollte nur mit dem vom Hersteller freigegebenen Öltyp erfolgen.

Synonyme und Abkürzungen: Worm Gear · Schneckenradgetriebe · Worm Gearbox · Winkelgetriebe

Häufige Fragen

Ist ein Schneckengetriebe selbsthemmend?

Das hängt von Übersetzung, Steigungswinkel der Schnecke, Reibung und Betriebszustand ab. Bei hohen Übersetzungen kann ein Schneckengetriebe im Stillstand selbsthemmend sein. Im Betrieb oder bei Erschütterungen kann diese Hemmung jedoch aufgehoben werden. Wo ein Rücklauf gefährlich wäre, etwa bei Hubeinrichtungen, ist deshalb eine zusätzliche Bremse vorzusehen.

Warum hat ein Schneckengetriebe einen geringeren Wirkungsgrad?

Die Zahnflanken von Schnecke und Schneckenrad gleiten mit hohem Anteil aufeinander, statt überwiegend abzuwälzen. Dabei entsteht Reibungswärme. Je größer die Übersetzung, desto niedriger ist in der Regel der Wirkungsgrad. Bei langen Laufzeiten kann daher ein Kegelstirnradgetriebe energetisch günstiger sein, auch wenn es teurer in der Anschaffung ist.

Welche Angaben braucht man, um ein Schneckengetriebe zu ersetzen?

Benötigt werden Typenbezeichnung, Baugröße oder Achsabstand, Übersetzung, Einbaulage, An- und Abtriebsausführung wie Hohlwelle, Vollwelle oder Flansch, außerdem Motorleistung und Motoranbau. Für die Einbaukompatibilität sind Befestigungsmaße und Gehäuseform wichtig. Das Typenschild enthält die meisten dieser Informationen.

Welches Öl braucht ein Schneckengetriebe?

Schneckengetriebe mit Bronzerad benötigen Öle, die für diese Werkstoffpaarung geeignet sind. Häufig werden synthetische Polyglykolöle verwendet, die aber nicht mit allen anderen Ölen mischbar sind. Maßgeblich ist die Schmierstoffangabe des Getriebeherstellers. Ein Wechsel auf eine andere Ölbasis erfordert meist eine gründliche Spülung.

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