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MRO & Instandhaltung

Thermografie (Instandhaltung)

Kurz erklärt

Thermografie ist ein berührungsloses Messverfahren, das mit einer Wärmebildkamera Temperaturverteilungen sichtbar macht und so überhitzte Bauteile früh erkennt.

Inhalt
  1. Was ist Thermografie?
  2. Praxis in Instandhaltung und Beschaffung
  3. Häufige Fragen
  4. Verwandte Begriffe
  5. Weiterlesen

Was ist Thermografie?

In der Instandhaltung zählt die Thermografie zu den wichtigsten Verfahren der Zustandsüberwachung. Eine Infrarotkamera erfasst die Wärmestrahlung von Oberflächen und stellt sie als Wärmebild dar. Da viele Schäden mit einer Erwärmung einhergehen, lassen sich Fehler erkennen, bevor sie zu Ausfällen, Bränden oder Stillständen führen, und das im laufenden Betrieb.

Klassische Anwendungen sind elektrische Anlagen: lose oder korrodierte Klemmstellen, überlastete Leitungen, ungleich belastete Phasen sowie heiße Schütze, Sicherungen und Leistungsschalter in Schaltschränken. Mechanisch zeigt sie heißlaufende Lager, Kupplungen und Getriebe, in der Prozesstechnik verstopfte Leitungen, defekte Kondensatableiter, Isolationsschäden und Verschleiß an Ofenauskleidungen. Für aussagekräftige Messungen sind ausreichende Last, korrekte Einstellung des Emissionsgrads, die Berücksichtigung von Reflexionen und ein Vergleich gleichartiger Bauteile wichtig.

Befunde werden mit Bild, Temperaturdifferenz und Dringlichkeit dokumentiert. Daraus ergeben sich gezielte Maßnahmen und ein planbarer Ersatzteilbedarf, etwa für Klemmen, Schütze oder Lager. Nach dem Tausch bestätigt eine Kontrollmessung den Erfolg der Maßnahme.

Praxis in Instandhaltung und Beschaffung

Thermografische Befunde sollten mit genauer Bauteilbezeichnung dokumentiert werden, damit der Einkauf das Ersatzteil ohne Rückfrage beschaffen kann. Bei elektrischen Befunden kann das betroffene Teil oft im nächsten geplanten Stillstand getauscht werden, wenn es rechtzeitig vorliegt.

Synonyme und Abkürzungen: Infrarotthermografie · Wärmebildmessung · IR-Thermografie · Infrared Thermography

Häufige Fragen

Was kann man mit Thermografie in der Instandhaltung erkennen?

Thermografie zeigt vor allem unerwartete Erwärmungen: schlechte Kontakte und Überlast in elektrischen Anlagen, heißlaufende Lager und Kupplungen, Schäden an Isolierungen und feuerfesten Auskleidungen, Verstopfungen in Rohrleitungen und defekte Kondensatableiter. Sie liefert Hinweise auf den Ort des Problems, die Ursache muss meist zusätzlich geklärt werden.

Was ist der Emissionsgrad bei der Thermografie?

Der Emissionsgrad beschreibt, wie stark eine Oberfläche Wärmestrahlung im Vergleich zu einem idealen Strahler abgibt. Matte, dunkle Oberflächen strahlen viel, blanke Metalle wenig und spiegeln stattdessen ihre Umgebung. Ist der Emissionsgrad falsch eingestellt, zeigt die Kamera falsche Temperaturen. Abhilfe schaffen Korrekturwerte, Markierungen oder der Vergleich gleichartiger Bauteile.

Wann sollte man Schaltschränke thermografisch prüfen?

Gemessen wird unter möglichst hoher, typischer Last, weil sich Fehler nur bei Stromfluss erwärmen. Viele Betriebe legen regelmäßige Prüfintervalle fest, teils auf Grundlage von Versicherungs- oder Betriebsvorgaben. Arbeiten an offenen Schaltschränken unter Spannung erfordern qualifiziertes Personal und passende Schutzmaßnahmen; Sichtfenster können das Risiko verringern.

Ersetzt Thermografie die Schwingungsanalyse?

Nein. Thermografie erkennt vor allem Wärmeentwicklung und eignet sich besonders für elektrische Anlagen und thermische Prozesse. Lagerschäden zeigen sich thermisch oft erst spät, während die Schwingungsanalyse sie deutlich früher erfasst. Beide Verfahren ergänzen sich und werden in der zustandsorientierten Instandhaltung häufig kombiniert eingesetzt.

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