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MRO & Instandhaltung

Zustandsorientierte Instandhaltung

Kurz erklärt

Zustandsorientierte Instandhaltung ist eine Strategie, die Anlagen anhand gemessener Zustandsgrößen überwacht und erst bei Grenzwertüberschreitung eingreift.

Inhalt
  1. Was ist Zustandsorientierte Instandhaltung?
  2. Praxis in Instandhaltung und Beschaffung
  3. Häufige Fragen
  4. Verwandte Begriffe
  5. Weiterlesen

Was ist Zustandsorientierte Instandhaltung?

Anstatt Teile nach festen Intervallen zu tauschen, wird bei der zustandsorientierten Instandhaltung der tatsächliche Zustand einer Komponente erfasst. Die DIN EN 13306 ordnet sie der präventiven Instandhaltung zu, weil sie ebenfalls vor dem Ausfall eingreift. Im Englischen spricht man von Condition-based Maintenance. Ziel ist, die Nutzungsdauer von Bauteilen weitgehend auszuschöpfen, ohne einen Ausfall zu riskieren.

Gängige Verfahren sind die Schwingungsmessung an rotierenden Maschinen, mit der sich etwa Lagerschäden, Unwucht oder Fluchtungsfehler erkennen lassen, die Thermografie zum Aufspüren von Überhitzung an elektrischen Verbindungen oder Lagern sowie die Ölanalyse, die Verschleißpartikel, Wasser oder Alterung im Schmier- und Hydrauliköl zeigt. Hinzu kommen Druck-, Strom- und Ultraschallmessungen. Die Messung erfolgt in regelmäßigen Rundgängen oder dauerhaft über fest installierte Sensoren. Für jede Größe werden Warn- und Alarmgrenzwerte festgelegt.

Abzugrenzen ist die Predictive Maintenance: Sie wertet Trends aus und prognostiziert den Ausfallzeitpunkt, während die zustandsorientierte Instandhaltung auf Grenzwertüberschreitungen reagiert. Die Übergänge sind fließend.

Praxis in Instandhaltung und Beschaffung

Zwischen Warnmeldung und Ausfall bleibt oft nur begrenzte Zeit. Für überwachte Aggregate sollten deshalb Lieferzeiten der typischen Schadteile, etwa Wälzlager oder Dichtungen, bekannt und kritische Teile gegebenenfalls bevorratet sein.

Synonyme und Abkürzungen: Condition-based Maintenance · CBM · Condition Monitoring · zustandsabhängige Instandhaltung · Zustandsüberwachung

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen zustandsorientierter Instandhaltung und Predictive Maintenance?

Zustandsorientierte Instandhaltung löst eine Maßnahme aus, sobald ein gemessener Wert einen festgelegten Grenzwert überschreitet. Predictive Maintenance geht einen Schritt weiter: Sie wertet den Verlauf der Messdaten aus und schätzt, wann ein Ausfall voraussichtlich eintritt. Dadurch lassen sich Eingriffe früher planen. In der Praxis bauen beide Ansätze häufig aufeinander auf.

Welche Messverfahren nutzt die zustandsorientierte Instandhaltung?

Am häufigsten sind Schwingungsmessung an Motoren, Pumpen, Lüftern und Getrieben, Thermografie an Schaltanlagen und Lagern sowie die Analyse von Schmier- und Hydraulikölen. Ergänzend werden Ultraschall, Stromaufnahme, Druck und Durchfluss gemessen. Welche Verfahren sinnvoll sind, hängt von den typischen Schadensbildern der jeweiligen Anlage ab.

Für welche Anlagen lohnt sich zustandsorientierte Instandhaltung?

Sie lohnt sich vor allem bei Anlagen, deren Ausfall hohe Folgekosten verursacht, und bei Bauteilen, deren Schäden sich durch messbare Veränderungen ankündigen, etwa Wälzlager in rotierenden Maschinen. Für günstige, leicht austauschbare Teile mit geringen Ausfallfolgen ist der Mess- und Auswerteaufwand oft höher als der Nutzen.

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