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MRO & Instandhaltung

Anlagenverfügbarkeit

Kurz erklärt

Anlagenverfügbarkeit ist der Anteil der geplanten Zeit, in dem eine Anlage tatsächlich betriebsbereit ist und ihre geforderte Funktion erfüllen kann.

Inhalt
  1. Was ist Anlagenverfügbarkeit?
  2. Praxis in Instandhaltung und Beschaffung
  3. Häufige Fragen
  4. Verwandte Begriffe
  5. Weiterlesen

Was ist Anlagenverfügbarkeit?

Die Anlagenverfügbarkeit ist eine Kernkennzahl in Produktion und Instandhaltung. Sie zeigt, wie stark ungeplante und geplante Stillstände die nutzbare Zeit einer Maschine oder Linie verringern. Je nach Zweck werden unterschiedliche Definitionen verwendet, weshalb Werte aus verschiedenen Betrieben nur vergleichbar sind, wenn die Berechnungsgrundlage bekannt ist.

Die technische oder inhärente Verfügbarkeit wird aus MTBF und MTTR berechnet: MTBF geteilt durch die Summe aus MTBF und MTTR. Die operative Verfügbarkeit berücksichtigt zusätzlich Wartezeiten, etwa auf Personal oder Ersatzteile, und geplante Wartungen. In der OEE-Kennzahl ist die Verfügbarkeit der Faktor tatsächliche Laufzeit geteilt durch geplante Produktionszeit. Beispiel: 400 Stunden Laufzeit bei 440 geplanten Stunden ergeben rund 91 Prozent.

Die Verfügbarkeit steigt, wenn Ausfälle seltener werden oder schneller behoben sind. Vorbeugende und zustandsorientierte Instandhaltung verlängern die Zeit zwischen Ausfällen, eine durchdachte Ersatzteilbevorratung verkürzt die Stillstände. Gerade bei Engpassanlagen entscheidet die Verfügbarkeit kritischer Komponenten oft über die gesamte Ausbringung.

Praxis in Instandhaltung und Beschaffung

Für Verbesserungen hilft es, Stillstände nach Ursachen zu klassifizieren, etwa Störung, Materialwartezeit, Rüsten und Wartung. Wenn Wartezeiten auf Ersatzteile einen spürbaren Anteil haben, ist eine Analyse kritischer Teile mit Bevorratungsentscheidung meist der schnellste Hebel.

Synonyme und Abkürzungen: technische Verfügbarkeit · Maschinenverfügbarkeit

Häufige Fragen

Wie berechnet man die Anlagenverfügbarkeit?

Eine verbreitete Formel lautet: Verfügbarkeit gleich tatsächliche Laufzeit geteilt durch geplante Produktionszeit. Alternativ wird die technische Verfügbarkeit aus MTBF geteilt durch die Summe aus MTBF und MTTR berechnet. Beträgt die MTBF etwa 190 Stunden und die MTTR 10 Stunden, ergibt sich eine technische Verfügbarkeit von 95 Prozent.

Was ist der Unterschied zwischen Verfügbarkeit und OEE?

Die Verfügbarkeit erfasst nur, wie lange eine Anlage tatsächlich läuft. Die OEE, die Gesamtanlageneffektivität, multipliziert die Verfügbarkeit zusätzlich mit dem Leistungsgrad und dem Qualitätsgrad. Eine Anlage kann also hoch verfügbar sein und trotzdem eine niedrige OEE haben, wenn sie langsam läuft oder viel Ausschuss produziert.

Wie kann man die Anlagenverfügbarkeit erhöhen?

Ansatzpunkte sind weniger Ausfälle durch vorbeugende und zustandsorientierte Instandhaltung sowie kürzere Stillstände durch schnelle Diagnose und gut organisierte Ersatzteilversorgung. Auch Rüstzeiten und geplante Wartungen lassen sich oft verkürzen. Welcher Hebel am meisten bringt, zeigt eine Auswertung der Stillstände nach Dauer und Ursache.

Zählen geplante Wartungen zur Nichtverfügbarkeit?

Das hängt von der Definition ab. Bei der OEE-Betrachtung wird geplante Wartung oft außerhalb der geplanten Produktionszeit verbucht und mindert die Verfügbarkeit dann nicht. Bei der operativen Verfügbarkeit wird sie dagegen häufig mitgezählt. Wichtig ist, die Regel einheitlich festzulegen, damit die Werte über die Zeit vergleichbar bleiben.

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