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MRO & Instandhaltung

Stillstandskosten

Kurz erklärt

Stillstandskosten sind alle Kosten, die einem Unternehmen entstehen, wenn eine Anlage ungeplant nicht produziert, von Produktionsausfall bis zu Folgeschäden.

Inhalt
  1. Was ist Stillstandskosten?
  2. Praxis in Instandhaltung und Beschaffung
  3. Häufige Fragen
  4. Verwandte Begriffe
  5. Weiterlesen

Was ist Stillstandskosten?

Stillstandskosten fallen an, wenn eine Maschine oder Linie wegen eines Ausfalls, fehlender Teile oder anderer Störungen nicht produziert. Unterschieden werden direkte und indirekte Kosten. Direkt sind entgangener Deckungsbeitrag, weiterlaufende Personal- und Fixkosten, Reparaturaufwand, Eilzuschläge für Ersatzteile und Fremdleistungen sowie Ausschuss beim Wiederanlauf. Indirekt sind Vertragsstrafen, Überstunden zum Aufholen, gestörte Folgeprozesse, verlorene Aufträge und Imageschäden bei Kunden.

Eine einfache Abschätzung beginnt mit den Kosten pro Stillstandsstunde: entgangener Deckungsbeitrag je Stunde plus Personal- und Fixkosten, die ohne Produktion weiterlaufen. Multipliziert mit der erwarteten Dauer eines Ausfalls und ergänzt um Reparatur- und Beschaffungskosten ergibt sich ein Wert je Ausfallereignis. Ob ein Engpass vorliegt, ist entscheidend: Ein Ausfall an der Engpassanlage wirkt auf die gesamte Fabrik, an einer Anlage mit Puffer oft kaum.

Diese Größe ist die Grundlage für viele Instandhaltungs- und Beschaffungsentscheidungen, etwa ob ein teures Ersatzteil bevorratet, eine Anlage überwacht oder eine zweite Bezugsquelle aufgebaut wird.

Praxis in Instandhaltung und Beschaffung

Für die Bevorratung kritischer Ersatzteile lassen sich die Stillstandskosten während der Wiederbeschaffungszeit mit den Kosten der Lagerhaltung vergleichen. Übersteigt der mögliche Ausfallschaden die Kapital- und Lagerkosten deutlich, ist ein Teil auf Lager meist die günstigere Lösung.

Synonyme und Abkürzungen: Ausfallkosten · Downtime Costs · Kosten ungeplanter Stillstände · Maschinenausfallkosten

Häufige Fragen

Wie berechnet man Stillstandskosten?

Ein praktikabler Ansatz: Kosten pro Stillstandsstunde ermitteln, also entgangener Deckungsbeitrag plus weiterlaufende Personal- und Fixkosten, und mit der Dauer des Stillstands multiplizieren. Hinzu kommen Reparaturkosten, Eilzuschläge, Ausschuss beim Wiederanlauf und gegebenenfalls Vertragsstrafen. Die Zahlen stammen aus Controlling, Produktion und Instandhaltung gemeinsam.

Welche indirekten Kosten entstehen bei einem Anlagenstillstand?

Neben den direkt messbaren Kosten entstehen Folgekosten, die oft unterschätzt werden: Überstunden zum Aufholen der Produktion, verspätete Lieferungen und Vertragsstrafen, Störungen in nachgelagerten Prozessen, verlorene Folgeaufträge und ein Vertrauensverlust bei Kunden. Diese Posten lassen sich schwerer beziffern, sollten in einer Abschätzung aber zumindest als Spanne berücksichtigt werden.

Wann lohnt sich die Bevorratung eines Ersatzteils?

Bevorratung lohnt sich, wenn der Stillstand während der Wiederbeschaffungszeit mehr kostet als Kapitalbindung, Lagerung und Alterungsrisiko des Teils. Das trifft besonders bei langen Lieferzeiten, Engpassanlagen und Teilen mit nur einer Bezugsquelle zu. Für günstige, schnell lieferbare Teile reicht oft eine gesicherte Bezugsquelle.

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