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Ersatzteile & Obsoleszenz

Sicherheitsbestand

Kurz erklärt

Der Sicherheitsbestand ist ein Lagerpuffer, der Schwankungen bei Verbrauch und Wiederbeschaffungszeit abfängt und Fehlmengen vermeiden soll.

Inhalt
  1. Was ist Sicherheitsbestand?
  2. Praxis in Instandhaltung und Beschaffung
  3. Häufige Fragen
  4. Verwandte Begriffe
  5. Weiterlesen

Was ist Sicherheitsbestand?

Der Sicherheitsbestand, auch eiserner Bestand oder Mindestbestand genannt, wird im Normalfall nicht verbraucht. Er greift erst, wenn mehr Teile benötigt werden als geplant oder eine Lieferung länger dauert als erwartet. Er ist Bestandteil des Meldebestands und liegt unter diesem.

Für die Berechnung gibt es einfache und statistische Ansätze. Einfach ist etwa ein fester Tagesbedarf, multipliziert mit einer Zahl von Pufferzeittagen, oder die Differenz zwischen maximalem und durchschnittlichem Verbrauch während der Lieferzeit. Statistische Verfahren berücksichtigen die Streuung von Verbrauch und Lieferzeit und einen gewünschten Servicegrad, also die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Bedarf aus dem Lager gedeckt werden kann. Ein höherer Servicegrad erfordert überproportional mehr Bestand.

Im Ersatzteilwesen ist der Sicherheitsbestand eine Abwägung zwischen Kapitalbindung und Ausfallrisiko. Lagerkosten, Alterung und Verwaltungsaufwand stehen den Kosten eines Stillstands gegenüber. Für kritische Teile mit langer Lieferzeit wird der Puffer deshalb höher angesetzt als für schnell beschaffbare Standardteile.

Praxis in Instandhaltung und Beschaffung

Sicherheitsbestände sollten nach Kritikalität und Wiederbeschaffungszeit differenziert statt pauschal festgelegt werden. Eine regelmäßige Überprüfung zeigt, ob Puffer wegen geänderter Lieferzeiten angepasst oder wegen ausgemusterter Anlagen abgebaut werden können.

Synonyme und Abkürzungen: eiserner Bestand · Mindestbestand · Reservebestand · Safety Stock · Pufferbestand

Häufige Fragen

Wie berechnet man den Sicherheitsbestand?

Ein einfacher Ansatz multipliziert den durchschnittlichen Tagesverbrauch mit einer festgelegten Zahl von Puffertagen. Statistische Verfahren nutzen die Standardabweichung von Verbrauch und Lieferzeit und einen Sicherheitsfaktor, der aus dem gewünschten Servicegrad abgeleitet wird. Welcher Ansatz passt, hängt von Datenlage und Verbrauchsmuster ab.

Was bedeutet Servicegrad beim Sicherheitsbestand?

Der Servicegrad gibt an, mit welcher Wahrscheinlichkeit oder in welchem Anteil Bedarfe direkt aus dem Lager gedeckt werden. Ein höherer Servicegrad senkt das Risiko von Fehlmengen, erfordert aber mehr Bestand. Die letzten Prozentpunkte sind dabei besonders teuer, weil der Puffer überproportional wächst.

Ist ein hoher Sicherheitsbestand immer sinnvoll?

Nein. Bestände binden Kapital, belegen Lagerfläche und können altern, etwa bei Elastomeren oder Elektronik. Ein hoher Puffer lohnt sich vor allem bei Teilen, deren Fehlen hohe Stillstandskosten verursacht und die nur mit langer Lieferzeit beschaffbar sind. Für leicht verfügbare Standardteile genügt meist ein kleiner Puffer.

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