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Ersatzteile & Obsoleszenz

XYZ-Analyse

Kurz erklärt

Die XYZ-Analyse teilt Materialien nach der Regelmäßigkeit ihres Verbrauchs in drei Klassen ein: X für konstant, Y für schwankend und Z für unregelmäßig.

Inhalt
  1. Was ist XYZ-Analyse?
  2. Praxis in Instandhaltung und Beschaffung
  3. Häufige Fragen
  4. Verwandte Begriffe
  5. Weiterlesen

Was ist XYZ-Analyse?

Die XYZ-Analyse ist ein Verfahren der Materialwirtschaft, das Artikel nach der Vorhersagbarkeit ihres Bedarfs ordnet. Während die ABC-Analyse den Wertanteil betrachtet, fragt die XYZ-Analyse, wie gleichmäßig ein Teil verbraucht wird. Beide werden häufig zu einer ABC-XYZ-Matrix mit neun Feldern kombiniert.

Grundlage sind Verbrauchswerte über mehrere Perioden, etwa Monate. Als Maß dient meist der Variationskoeffizient, also die Standardabweichung geteilt durch den Mittelwert. Ein niedriger Wert bedeutet gleichmäßigen Verbrauch (X), ein mittlerer schwankenden Verbrauch (Y), ein hoher sporadischen Verbrauch (Z). Die Grenzen zwischen den Klassen legt jedes Unternehmen selbst fest; verbindliche Normwerte gibt es nicht.

Ersatzteile fallen auffallend oft in die Z-Klasse, weil sie nur bei Ausfällen oder geplanten Instandsetzungen benötigt werden. Für sie eignen sich verbrauchsgesteuerte Bestellverfahren schlecht. Stattdessen werden Bestände nach Kritikalität, Anzahl verbauter Einheiten und Wiederbeschaffungszeit festgelegt. X-Teile wie Filter oder Schmierstoffe lassen sich dagegen gut über Rahmenverträge, Abrufaufträge oder Vendor Managed Inventory steuern.

Praxis in Instandhaltung und Beschaffung

Für eine aussagekräftige XYZ-Analyse sollten Verbrauchsdaten über einen ausreichend langen Zeitraum herangezogen und Sondereffekte wie Großreparaturen gesondert betrachtet werden. Z-Teile mit hoher Kritikalität gehören nicht automatisch aus dem Lager, sondern brauchen eine bewusste Bevorratungsentscheidung.

Synonyme und Abkürzungen: XYZ-Klassifizierung · ABC-XYZ-Analyse · Variabilitätsanalyse

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen ABC- und XYZ-Analyse?

Die ABC-Analyse ordnet Artikel nach ihrem Anteil am Verbrauchswert, also danach, wie viel Geld in ihnen gebunden ist. Die XYZ-Analyse ordnet nach der Regelmäßigkeit des Verbrauchs. Kombiniert ergeben beide eine Matrix, aus der sich Bestell- und Lagerstrategien ableiten lassen, etwa eine enge Steuerung für AX-Teile und Einzelfallentscheidungen für CZ-Teile.

Wie berechnet man die XYZ-Analyse?

Für jeden Artikel werden die Verbräuche je Periode erfasst, daraus Mittelwert und Standardabweichung berechnet und beide ins Verhältnis gesetzt. Dieser Variationskoeffizient zeigt, wie stark der Verbrauch schwankt. Anschließend ordnet man die Artikel anhand selbst gewählter Grenzwerte den Klassen X, Y oder Z zu.

Warum sind viele Ersatzteile Z-Teile?

Ersatzteile werden meist erst benötigt, wenn ein Bauteil ausfällt oder bei einer geplanten Instandsetzung getauscht wird. Dazwischen liegen oft lange Zeiträume ohne Verbrauch. Dadurch ist der Bedarf statistisch kaum vorhersagbar. Für solche Teile wird der Bestand besser nach Kritikalität und Wiederbeschaffungszeit festgelegt als nach einer Verbrauchsprognose.

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