Kurz erklärt
Die ABC-Analyse ist ein Verfahren, das Artikel nach ihrem Anteil am Verbrauchswert in A-, B- und C-Klassen einteilt, um Aufwand gezielt zu steuern.
Inhalt
Was ist ABC-Analyse?
Die ABC-Analyse beruht auf dem Pareto-Prinzip: Ein kleiner Teil der Artikel verursacht einen großen Teil des Verbrauchswerts. Grundlage ist der Jahresverbrauch eines Artikels, multipliziert mit seinem Preis. Die Artikel werden absteigend nach diesem Wert sortiert und kumuliert betrachtet.
Als Faustregel gelten etwa 70 bis 80 Prozent des Verbrauchswerts für die A-Teile, die nur rund 10 bis 20 Prozent der Positionen ausmachen. B-Teile liegen im Mittelfeld, C-Teile stellen die Masse der Positionen bei geringem Wertanteil. Die Grenzen sind keine Norm, sondern werden je Unternehmen festgelegt. Häufig wird die ABC-Analyse mit der XYZ-Analyse kombiniert, die die Regelmäßigkeit des Verbrauchs bewertet.
Für Ersatzteile hat die Methode eine klare Grenze: Der Verbrauchswert sagt nichts über die Kritikalität aus. Ein günstiges, selten benötigtes Teil kann eine ganze Linie stillsetzen. Deshalb wird die ABC-Einteilung im Ersatzteilwesen meist durch eine Kritikalitätsbewertung ergänzt. Erst beide Sichten zusammen ergeben eine belastbare Grundlage für Bevorratung und Beschaffung.
Praxis in Instandhaltung und Beschaffung
A-Teile eignen sich für Rahmenverträge, Preisverhandlungen und eine enge Bestandsführung, C-Teile für vereinfachte Bestellprozesse. Ersatzteile sollten zusätzlich nach Ausfallfolgen eingestuft werden, damit ein günstiges, aber kritisches Teil nicht aus dem Bestand fällt.
Synonyme und Abkürzungen: ABC-Klassifizierung · Pareto-Analyse · ABC analysis · Wertanalyse nach Verbrauch
Häufige Fragen
Wie führt man eine ABC-Analyse durch?
Für jeden Artikel wird der Verbrauchswert berechnet, also Jahresmenge mal Preis. Danach werden die Artikel absteigend sortiert, ihr Anteil am Gesamtwert kumuliert und Klassengrenzen gesetzt. Typisch ist eine Einteilung, bei der die wenigen wertintensivsten Artikel die A-Klasse bilden und die vielen geringwertigen die C-Klasse.
Was ist der Unterschied zwischen ABC- und XYZ-Analyse?
Die ABC-Analyse ordnet Artikel nach ihrem Wertanteil am Gesamtverbrauch. Die XYZ-Analyse bewertet dagegen, wie gleichmäßig oder schwankend ein Artikel verbraucht wird. Kombiniert ergeben beide eine Matrix, aus der sich Dispositionsverfahren ableiten lassen, etwa verbrauchsgesteuerte Nachbestellung für gleichmäßig benötigte Teile.
Reicht die ABC-Analyse für die Ersatzteilplanung aus?
Nein. Sie misst nur den wirtschaftlichen Wert, nicht die Folgen eines fehlenden Teils. Viele kritische Ersatzteile werden selten verbraucht und landen deshalb in der C-Klasse. Sinnvoll ist eine zusätzliche Bewertung nach Ausfallfolgen, Wiederbeschaffungszeit und Verfügbarkeit von Bezugsquellen.