Kurz erklärt
Die Lagerumschlagshäufigkeit gibt an, wie oft der durchschnittliche Lagerbestand innerhalb eines Zeitraums, meist eines Jahres, verbraucht und ersetzt wird.
Inhalt
Was ist Lagerumschlag?
Der Lagerumschlag ist eine zentrale Kennzahl des Bestandsmanagements. Er setzt den Verbrauch oder Wareneinsatz eines Zeitraums ins Verhältnis zum durchschnittlichen Lagerbestand. Eine hohe Umschlagshäufigkeit bedeutet, dass wenig Kapital im Lager gebunden ist; eine niedrige deutet auf hohe Bestände oder langsam drehende Artikel hin.
Die übliche Formel lautet: Umschlagshäufigkeit = Verbrauch zu Einstandspreisen ÷ durchschnittlicher Lagerbestand. Den Durchschnittsbestand bildet man aus Anfangs- und Endbestand oder genauer aus Monatswerten. Daraus abgeleitet ist die durchschnittliche Lagerdauer: 360 oder 365 Tage geteilt durch die Umschlagshäufigkeit. Beispiel: Ist der bewertete Jahresverbrauch dreimal so hoch wie der durchschnittliche Lagerbestand, ergibt sich ein Umschlag von 3 und eine Lagerdauer von rund 120 Tagen.
Für Ersatzteillager ist die Kennzahl mit Vorsicht zu lesen. Kritische Teile mit seltenem Bedarf haben naturgemäß einen sehr niedrigen Umschlag, sichern aber die Verfügbarkeit wichtiger Anlagen. Sinnvoll ist deshalb eine getrennte Betrachtung nach Teilegruppen, etwa Verbrauchsmaterial, Verschleißteile und strategische Reserveteile.
Praxis in Instandhaltung und Beschaffung
Bevor Ersatzteile wegen geringen Umschlags abgebaut werden, sollte geprüft werden, welche Anlagen sie absichern und wie lang ihre Wiederbeschaffungszeit ist. Echte Ladenhüter sind oft Teile für bereits stillgelegte Maschinen, die sich über einen Abgleich mit dem Anlagenbestand finden lassen.
Synonyme und Abkürzungen: Umschlagshäufigkeit · Lagerumschlagsrate · Lagerdrehung · Inventory Turnover
Häufige Fragen
Wie berechnet man die Lagerumschlagshäufigkeit?
Man teilt den Verbrauch eines Zeitraums, bewertet zu Einstandspreisen, durch den durchschnittlichen Lagerbestand im selben Zeitraum. Ist der bewertete Jahresverbrauch dreimal so hoch wie der durchschnittliche Bestand, beträgt die Umschlagshäufigkeit 3. Für einzelne Artikel kann man auch mit Mengen statt mit Werten rechnen.
Was ist eine gute Lagerumschlagshäufigkeit?
Einen allgemein gültigen Sollwert gibt es nicht. Die Kennzahl hängt stark von Branche, Sortiment und Zweck des Lagers ab. Verbrauchsmaterial dreht sich deutlich schneller als strategische Ersatzteile, die für seltene Ausfälle vorgehalten werden. Aussagekräftig ist vor allem der Vergleich über die Zeit und zwischen ähnlichen Artikelgruppen im eigenen Unternehmen.
Wie hängen Lagerumschlag und Lagerdauer zusammen?
Die durchschnittliche Lagerdauer ergibt sich, wenn man die Tage des Betrachtungszeitraums durch die Umschlagshäufigkeit teilt. Bei einem Jahresumschlag von 4 liegt ein Artikel im Durchschnitt etwa 90 Tage im Lager. Steigt der Umschlag, sinkt die Lagerdauer und damit auch die Kapitalbindung.