Kurz erklärt
Ein Konsignationslager ist ein Lager beim Kunden, dessen Ware bis zur Entnahme Eigentum des Lieferanten bleibt und erst dann berechnet wird.
Inhalt
Was ist Konsignationslager?
Beim Konsignationslager stellt der Lieferant Ware in den Räumen des Kunden oder in dessen Nähe bereit. Der Kunde entnimmt nach Bedarf, meldet die Entnahmen und erhält erst dafür eine Rechnung. Bis dahin trägt der Lieferant die Kapitalbindung, während der Kunde sofortigen Zugriff hat. Vertraglich geregelt werden müssen insbesondere Eigentum, Gefahrtragung, Versicherung, Inventur, Meldewege, Mindest- und Höchstbestände sowie die Rücknahme nicht verbrauchter Ware.
Abzugrenzen ist Vendor Managed Inventory: Dort steuert der Lieferant den Bestand, das Eigentum geht aber in der Regel mit der Anlieferung über. Beide Modelle lassen sich kombinieren.
Bei grenzüberschreitenden Konsignationslagern innerhalb der EU sind umsatzsteuerliche Regeln zu beachten. Seit 2020 gibt es dafür eine Vereinfachung, in Deutschland in § 6b UStG umgesetzt, die an Aufzeichnungs- und Meldepflichten geknüpft ist und steuerlich geprüft werden sollte.
Praxis in Instandhaltung und Beschaffung
Für Ersatzteile eignet sich das Modell vor allem bei teuren, kritischen Teilen mit unregelmäßigem Verbrauch. Der Kunde sichert die Verfügbarkeit, ohne die Teile im Voraus bezahlen zu müssen.
Synonyme und Abkürzungen: Konsignationslagerung · Consignment Stock
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Konsignationslager und Vendor Managed Inventory?
Entscheidend ist der Eigentumsübergang. Im Konsignationslager bleibt die Ware Eigentum des Lieferanten, bis der Kunde sie entnimmt, und wird erst dann berechnet. Beim Vendor Managed Inventory steuert der Lieferant zwar Bestand und Nachschub, das Eigentum geht aber üblicherweise mit der Anlieferung über. Beide Modelle lassen sich kombinieren, etwa als lieferantengesteuertes Konsignationslager.
Welche Vor- und Nachteile hat ein Konsignationslager?
Für den Kunden sinken Kapitalbindung und Bestellaufwand, während die Teile sofort verfügbar sind. Der Lieferant sichert sich dafür Absatz und eine enge Kundenbindung. Nachteile sind der Verwaltungsaufwand für Entnahmemeldungen und Inventuren, Abstimmungsbedarf bei Schwund oder Beschädigung sowie Fragen der Haftung und Versicherung. Für den Lieferanten bedeutet das Modell zudem Kapitalbindung und das Risiko nicht verbrauchter Ware.
Was muss in einem Konsignationslagervertrag geregelt sein?
Typische Inhalte sind Artikel und Mengen, Mindest- und Höchstbestände, Eigentumsvorbehalt, Gefahrübergang und Versicherung, Meldewege und Fristen für Entnahmen, Inventurregeln, Abrechnung sowie die Rücknahme nicht verbrauchter Ware bei Vertragsende. Bei grenzüberschreitenden Lagern kommen umsatzsteuerliche Fragen hinzu. Die konkrete Gestaltung sollte mit Steuer- und Rechtsberatung abgestimmt werden; dieser Eintrag ersetzt keine Beratung im Einzelfall.