Kurz erklärt
Die Wiederbeschaffungszeit ist die Zeitspanne vom Erkennen eines Bedarfs bis zur Verfügbarkeit des Materials im Lager oder am Einsatzort.
Inhalt
Was ist Wiederbeschaffungszeit?
Die Wiederbeschaffungszeit umfasst mehr als die Lieferzeit des Lieferanten. Sie beginnt mit der Feststellung des Bedarfs und endet, wenn das Teil geprüft und einsatzbereit eingelagert ist. Sie ist eine zentrale Eingangsgröße für die Berechnung von Meldebestand und Sicherheitsbestand. Je länger und unsicherer sie ist, desto höher muss der Puffer im Lager ausfallen, um Fehlmengen zu vermeiden.
Typische Bestandteile sind die interne Bearbeitungszeit für Bedarfsmeldung, Bestellanforderung und Freigabe, die Bestellübermittlung, die Lieferzeit des Lieferanten einschließlich Fertigung oder Beschaffung beim Vorlieferanten, der Zulauf sowie Wareneingang und Prüfung. Jede dieser Phasen kann sich verkürzen oder verlängern; Engpässe beim Hersteller wirken sich direkt auf die Gesamtdauer aus.
Für Ersatzteile schwankt die Wiederbeschaffungszeit oft stark. Standardteile sind teilweise kurzfristig verfügbar, Sonderausführungen oder auftragsbezogen gefertigte Teile können deutlich länger dauern. Wer mit veralteten Werten plant, setzt Meldebestände zu niedrig an und riskiert Stillstände. Deshalb sollten die tatsächlichen Zeiten aus vergangenen Bestellungen regelmäßig ausgewertet und im Materialstamm aktualisiert werden.
Praxis in Instandhaltung und Beschaffung
Im Materialstamm sollte neben der Lieferantenangabe auch die tatsächlich gemessene Wiederbeschaffungszeit gepflegt werden. Bei kritischen Teilen mit langen Zeiten lohnt es sich, Rahmenverträge mit reservierten Mengen oder vorgezogene Bestellungen auf Basis des Wartungsplans zu prüfen.
Synonyme und Abkürzungen: WBZ · Replenishment Lead Time
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Lieferzeit und Wiederbeschaffungszeit?
Die Lieferzeit ist nur die Zeit, die der Lieferant von der Bestellung bis zur Anlieferung benötigt. Die Wiederbeschaffungszeit ist umfassender: Sie schließt auch interne Schritte wie Bedarfsermittlung, Freigabe und Bestellung sowie den Wareneingang mit Prüfung ein. Für die Bestandsplanung ist daher die Wiederbeschaffungszeit maßgeblich.
Wie berechnet man die Wiederbeschaffungszeit?
Man addiert die Dauer der einzelnen Phasen: Bedarfserkennung und Bestellanforderung, Freigabe und Bestellung, Lieferzeit des Lieferanten, Zulauf sowie Wareneingang und Prüfung. Am verlässlichsten ist ein Durchschnitt aus tatsächlich abgewickelten Bestellungen, ergänzt um die beobachtete Streuung, die in die Bemessung des Sicherheitsbestands einfließt.
Wie lässt sich die Wiederbeschaffungszeit verkürzen?
Intern helfen schlanke Freigabeprozesse, Rahmenverträge mit Abrufaufträgen und eine elektronische Bestellabwicklung. Extern wirken Lieferanten mit eigener Lagerhaltung, vereinbarte Reservierungen oder Konsignationslager. Bei Sonderteilen kann eine frühzeitige Bedarfsplanung aus Wartungsplänen die Bestellung so vorziehen, dass lange Fertigungszeiten nicht zum Engpass werden.