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Qualität & Prüfung

Lieferantenaudit

Kurz erklärt

Ein Lieferantenaudit ist eine systematische Prüfung beim Lieferanten, mit der ein Kunde Qualitätsfähigkeit, Prozesse und Zuverlässigkeit vor Ort bewertet.

Inhalt
  1. Was ist Lieferantenaudit?
  2. Praxis in Instandhaltung und Beschaffung
  3. Häufige Fragen
  4. Verwandte Begriffe
  5. Weiterlesen

Was ist Lieferantenaudit?

Beim Lieferantenaudit prüft ein Abnehmer, ob ein bestehender oder künftiger Lieferant seine Anforderungen dauerhaft erfüllen kann. Fachlich handelt es sich um ein Second-Party-Audit: Der Kunde auditiert selbst oder beauftragt Dritte damit. Abzugrenzen ist es von internen Audits (First Party) und von Zertifizierungsaudits durch unabhängige Stellen (Third Party). Einen anerkannten Leitfaden für die Durchführung von Audits bietet die DIN EN ISO 19011.

Üblich sind drei Arten: Das Systemaudit betrachtet das Managementsystem als Ganzes, das Prozessaudit einzelne Abläufe wie Fertigung, Prüfung oder Lagerung, das Produktaudit die Übereinstimmung fertiger Teile mit Zeichnung und Spezifikation. Ablauf: Planung mit Fragenkatalog, Durchführung vor Ort oder per Fernaudit, Bericht mit Feststellungen und schließlich ein Maßnahmenplan, dessen Umsetzung nachverfolgt wird. Das Ergebnis fließt häufig in eine Einstufung des Lieferanten ein.

In der Ersatzteilbeschaffung sind Audits vor allem bei Lieferanten sinnvoll, die kritische oder sicherheitsrelevante Teile liefern, nach Zeichnung fertigen oder als Zweitquelle für abgekündigte Komponenten qualifiziert werden sollen. Geprüft werden dann etwa Wareneingangskontrolle, Rückverfolgbarkeit, Lagerbedingungen und der Umgang mit Fehlteilen.

Praxis in Instandhaltung und Beschaffung

Planen Sie Audits risikobasiert: zuerst Lieferanten kritischer Ersatzteile und neue Quellen, nicht pauschal alle. Legen Sie vorab fest, welche Nachweise (Prüfprotokolle, Zeugnisse, Kalibriernachweise) vor Ort eingesehen werden, und vereinbaren Sie für Feststellungen verbindliche Termine im Maßnahmenplan.

Synonyme und Abkürzungen: Supplier Audit · Lieferantenbewertung vor Ort · Second-Party-Audit · Prozessaudit beim Lieferanten

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Lieferantenaudit und Lieferantenbewertung?

Die Lieferantenbewertung beurteilt einen Lieferanten laufend anhand von Kennzahlen wie Liefertreue, Qualität und Preis, meist aus vorhandenen Daten. Das Lieferantenaudit ist dagegen eine gezielte Prüfung vor Ort oder per Fernaudit, die Prozesse und Nachweise direkt untersucht. Audits liefern oft die Grundlage für eine Erstbewertung oder klären Auffälligkeiten aus der laufenden Bewertung.

Welche Arten von Lieferantenaudits gibt es?

Unterschieden werden in der Regel Systemaudit, Prozessaudit und Produktaudit. Das Systemaudit prüft das Managementsystem insgesamt, das Prozessaudit einzelne Abläufe wie Fertigung oder Prüfung, das Produktaudit die Übereinstimmung von Teilen mit der Spezifikation. Je nach Anlass kann ein Audit angekündigt, kurzfristig oder als Fernaudit mit Dokumentenprüfung und Videobegehung stattfinden.

Wie läuft ein Lieferantenaudit ab?

Zuerst werden Umfang, Termin und Fragenkatalog festgelegt und dem Lieferanten mitgeteilt. Vor Ort folgen Eröffnungsgespräch, Begehung, Interviews und Einsicht in Dokumente und Aufzeichnungen. Im Abschlussgespräch werden Feststellungen besprochen. Danach erstellt das Auditteam einen Bericht, der Lieferant legt einen Maßnahmenplan vor, und dessen Umsetzung wird nachverfolgt, bei Bedarf mit einem Folgeaudit.

Wann ist ein Lieferantenaudit sinnvoll?

Sinnvoll ist ein Audit vor allem bei der Freigabe neuer Lieferanten, bei Teilen mit hohem Ausfall- oder Sicherheitsrisiko, nach wiederholten Reklamationen oder bei Verlagerung der Fertigung an einen anderen Standort. Für unkritische Katalogteile genügt oft eine Selbstauskunft mit Nachweisen. Entscheidend ist, den Aufwand am Risiko des jeweiligen Teils auszurichten.

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