Kurz erklärt

Ein Relais ist ein elektrisch betätigter Schalter, bei dem ein kleiner Steuerstrom über eine Spule oder Elektronik einen getrennten Stromkreis schaltet.

Inhalt
  1. Was ist Relais?
  2. Praxis in Instandhaltung und Beschaffung
  3. Häufige Fragen
  4. Verwandte Begriffe
  5. Weiterlesen

Was ist Relais?

Beim elektromechanischen Relais zieht eine bestromte Spule einen Anker an, der einen oder mehrere Kontakte betätigt. Steuer- und Laststromkreis sind dabei galvanisch getrennt. Relais werden genutzt, um Signale zu verstärken, zu vervielfältigen, Spannungsebenen zu trennen oder Verriegelungen zu bilden. Halbleiterrelais schalten ohne bewegte Teile über Halbleiter, sind verschleißfrei und geräuschlos, erzeugen aber Verlustwärme und haben Leckströme.

Wichtige Bauarten sind Koppelrelais für die Anpassung zwischen Steuerung und Feld, Zeitrelais mit Ein- oder Ausschaltverzögerung, Überwachungsrelais für Spannung, Phasen oder Füllstand sowie Sicherheitsrelais. Kenngrößen sind Spulenspannung und Stromart, Kontaktart (Schließer, Öffner, Wechsler), Kontaktzahl, Schaltstrom und Schaltspannung, Kontaktwerkstoff, mechanische und elektrische Lebensdauer sowie Bauform, etwa steckbar mit Sockel oder für Leiterplatten.

In Schaltschränken sind Relais zahlreich verbaut. Kontakte verschleißen durch Abbrand, vor allem bei induktiven Lasten ohne Schutzbeschaltung. Fehlerbilder sind verschweißte oder verschmutzte Kontakte und defekte Spulen. Steckrelais lassen sich schnell tauschen, wenn der Sockel passt.

Praxis in Instandhaltung und Beschaffung

Bei der Ersatzbeschaffung sind Spulenspannung, Kontaktbestückung, Schaltleistung und Bauform bzw. Sockel entscheidend. Für häufig schaltende Anwendungen kann ein Halbleiterrelais sinnvoll sein; dabei sind Wärmeabfuhr und Lastart zu prüfen.

Synonyme und Abkürzungen: Relay · Koppelrelais · Steuerrelais · Halbleiterrelais · SSR

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Relais und Schütz?

Relais und Schütz arbeiten nach demselben Prinzip, unterscheiden sich aber in der Schaltleistung. Relais schalten kleinere Ströme, vor allem in Steuer- und Signalkreisen. Schütze sind für große Lastströme wie Motorleistung gebaut, haben robustere Kontakte und Funkenlöschung. In der Praxis werden Relais oft genutzt, um von der Steuerung aus die Spule eines Schützes anzusteuern.

Was bedeuten Schließer, Öffner und Wechsler?

Ein Schließer ist im Ruhezustand offen und schließt, wenn das Relais anzieht. Ein Öffner ist im Ruhezustand geschlossen und öffnet beim Anziehen. Ein Wechsler kombiniert beides mit einem gemeinsamen Anschluss und schaltet zwischen zwei Kontakten um. Die Bezeichnung der Kontaktbestückung, etwa zwei Wechsler, gehört zu jeder Ersatzteilanfrage.

Welche Angaben braucht man, um ein Relais zu ersetzen?

Benötigt werden Spulenspannung mit Stromart, Anzahl und Art der Kontakte, maximaler Schaltstrom und Schaltspannung, Bauform mit Pinbelegung oder Sockel sowie Zusatzfunktionen wie LED, Freilaufdiode oder Prüftaste. Bei Zeitrelais kommen Zeitbereich und Funktion hinzu. Die vollständige Typenbezeichnung vom Gehäuse erleichtert die Zuordnung.

Wann nimmt man ein Halbleiterrelais statt eines mechanischen Relais?

Halbleiterrelais eignen sich für sehr häufiges oder schnelles Schalten, etwa bei Heizungsregelungen, weil sie keinen Kontaktverschleiß haben und lautlos arbeiten. Sie erzeugen jedoch Verlustwärme, brauchen oft einen Kühlkörper und haben im ausgeschalteten Zustand einen kleinen Leckstrom. Für sichere Trennung oder seltenes Schalten bleibt das mechanische Relais häufig die bessere Wahl.

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