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Automatisierung & Antriebstechnik

Schütz (Leistungsschütz)

Kurz erklärt

Ein Schütz (Leistungsschütz) ist ein elektromagnetisch betätigter Schalter, der mit kleiner Steuerspannung große Lastströme ein- und ausschaltet.

Inhalt
  1. Was ist Schütz?
  2. Praxis in Instandhaltung und Beschaffung
  3. Häufige Fragen
  4. Verwandte Begriffe
  5. Weiterlesen

Was ist Schütz?

Ein Schütz besteht aus einer Magnetspule, einem beweglichen Anker und Kontakten. Liegt Steuerspannung an der Spule, zieht der Anker an und schließt die Hauptkontakte; ohne Spannung öffnen Federn sie wieder. Damit trennt das Schütz den Steuerstromkreis galvanisch vom Laststromkreis. Es ist für sehr viele Schaltspiele ausgelegt und dient zum betriebsmäßigen Schalten, nicht zum Kurzschlussschutz. Vom Relais unterscheidet es sich vor allem durch höhere Schaltleistung.

Wichtige Kenngrößen sind Steuerspannung und Stromart der Spule, Bemessungsbetriebsstrom bzw. Leistung in einer Gebrauchskategorie, Anzahl der Hauptkontakte und Hilfskontakte. Die Gebrauchskategorie nach IEC 60947-4-1 beschreibt die Last: AC-1 für nahezu ohmsche Lasten, AC-3 für das Anlaufen und Abschalten von Käfigläufermotoren. Hilfsschütze schalten nur Steuerströme. Spiegelkontakte und zwangsgeführte Kontakte werden in Sicherheitskreisen genutzt.

Schütze sind in nahezu jedem Schaltschrank verbaut, etwa für Motoren, Heizungen und Beleuchtung. Verschleißteile sind Hauptkontakte, die durch Lichtbögen abbrennen, sowie Spulen, die durch falsche Spannung oder Überhitzung ausfallen.

Praxis in Instandhaltung und Beschaffung

Für den Ersatz sind Spulenspannung mit Stromart, Bemessungsstrom in der passenden Gebrauchskategorie, Polzahl und Hilfskontaktbestückung anzugeben. Bei größeren Schützen sind oft Kontaktsätze und Spulen einzeln erhältlich, was die Instandsetzung beschleunigt.

Synonyme und Abkürzungen: Leistungsschütz · Contactor · Motorschütz · Hilfsschütz · Magnetschalter

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Schütz und Relais?

Beide arbeiten nach demselben Prinzip: Eine Spule betätigt Kontakte. Schütze sind für hohe Lastströme ausgelegt, haben oft Funkenlöscheinrichtungen und werden für Motoren und andere Verbraucher eingesetzt. Relais schalten kleinere Ströme, meist Steuer- und Signalkreise. Hilfsschütze liegen dazwischen und dienen zur Steuerung, nicht zum Schalten von Motorleistung.

Was bedeutet AC-3 bei einem Schütz?

AC-3 ist eine Gebrauchskategorie nach IEC 60947-4-1 für das Anlaufen und betriebsmäßige Ausschalten von Käfigläufermotoren. Der zugehörige Bemessungsstrom oder die Motorleistung in kW zeigt, welchen Motor das Schütz zuverlässig schalten kann. Für ohmsche Lasten gilt AC-1 mit höheren zulässigen Strömen, für Tippbetrieb und Gegenstrombremsen strengere Kategorien.

Welche Angaben braucht man, um ein Schütz zu ersetzen?

Erforderlich sind Spulenspannung und Stromart, also Wechsel- oder Gleichstrom, der Bemessungsstrom oder die Motorleistung in AC-3, die Anzahl der Hauptpole sowie Anzahl und Art der Hilfskontakte als Schließer oder Öffner. Hinzu kommen Baugröße, Befestigung, Anschlussart wie Schraub- oder Federzugklemme und angebautes Zubehör.

Warum brummt ein Schütz?

Wechselstromschütze brummen leicht, wenn Polflächen von Anker und Magnetkern verschmutzt oder verschlissen sind oder der Kurzschlussring im Kern beschädigt ist. Auch zu niedrige Steuerspannung kann dazu führen, dass der Anker nicht sauber anzieht. Starkes Brummen geht oft mit Erwärmung der Spule einher und sollte überprüft werden.

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