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Automatisierung & Antriebstechnik

Rillenkugellager

Kurz erklärt

Ein Rillenkugellager ist die am weitesten verbreitete Wälzlagerbauart; es nimmt radiale und begrenzt axiale Kräfte in beide Richtungen auf.

Inhalt
  1. Was ist Rillenkugellager?
  2. Praxis in Instandhaltung und Beschaffung
  3. Häufige Fragen
  4. Verwandte Begriffe
  5. Weiterlesen

Was ist Rillenkugellager?

Rillenkugellager haben tiefe, ununterbrochene Laufrillen in Innen- und Außenring, in denen die Kugeln abrollen. Diese Geometrie erlaubt neben radialen auch axiale Kräfte in beiden Richtungen. Rillenkugellager sind nicht zerlegbar, wartungsarm und für hohe Drehzahlen geeignet. Gegenüber Schrägkugellagern tragen sie geringere Axiallasten, gegenüber Rollenlagern geringere Radiallasten.

Es gibt sie offen, mit Deckscheiben aus Stahlblech oder mit schleifenden bzw. berührungsarmen Dichtungen. Abgedichtete Lager sind ab Werk befettet und auf Lebensdauer geschmiert. Weitere Varianten sind Lager mit Ringnut für einen Sprengring, zweireihige Ausführungen und Edelstahllager für feuchte oder lebensmittelnahe Umgebungen. Wichtige Kenngrößen sind Abmessungen, Tragzahlen, Grenzdrehzahl, Lagerluft, zum Beispiel normale Luft oder die größere Luft C3, sowie die Abdichtungsart.

In Elektromotoren, Lüftern, Pumpen, Förderrollen und Kleingetrieben sind Rillenkugellager Standard. Sie gehören deshalb zu den Lagerpositionen, die Instandhaltungsabteilungen am häufigsten bevorraten. Ausfälle entstehen meist durch gealtertes Fett, Verunreinigung, Fehlausrichtung oder unsachgemäße Montage. Bei Motoren am Frequenzumrichter kommen zudem stromisolierte Ausführungen zum Einsatz.

Praxis in Instandhaltung und Beschaffung

Bei der Bestellung zählt die vollständige Bezeichnung: Basisnummer plus Nachsetzzeichen für Dichtung, Lagerluft und gegebenenfalls Hochtemperatur- oder Lebensmittelfett. Für Elektromotoren am Umrichter sollte geprüft werden, ob ursprünglich stromisolierte Lager verbaut waren.

Synonyme und Abkürzungen: Deep Groove Ball Bearing · Radial-Rillenkugellager · Kugellager 6000er-Reihe · DGBB

Häufige Fragen

Was bedeutet 2RS und 2Z bei Rillenkugellagern?

Die Zusätze kennzeichnen die Abdichtung auf beiden Seiten. Üblicherweise steht RS für eine Dichtung aus Elastomer und Z für eine Deckscheibe aus Stahlblech; die vorangestellte 2 bedeutet beidseitig. Dichtungen schützen besser vor Schmutz und Feuchtigkeit, Deckscheiben verursachen weniger Reibung. Die genaue Schreibweise unterscheidet sich je nach Hersteller, deshalb sollte das Nachsetzzeichen wörtlich übernommen werden.

Was bedeutet C3 bei einem Rillenkugellager?

C3 bezeichnet eine Lagerluft, die größer ist als die normale Lagerluft. Sie wird gewählt, wenn sich der Innenring im Betrieb stärker erwärmt als der Außenring oder wenn feste Passungen die Luft verringern. Das ist zum Beispiel bei vielen Elektromotoren der Fall. Ein Lager mit Normalluft statt C3 kann dort zu heiß laufen und früh ausfallen.

Welche Angaben braucht man, um ein Rillenkugellager zu ersetzen?

Am sichersten ist die komplette Bezeichnung vom Lager oder aus der Ersatzteilliste. Ohne sie werden Bohrung, Außendurchmesser und Breite benötigt, außerdem Abdichtung, Lagerluft, Einsatztemperatur und Drehzahl. Bei besonderen Umgebungen wie Nassbereich, Lebensmittelverarbeitung oder Hitze ist zusätzlich die Angabe von Werkstoff und Schmierfett wichtig.

Kann man Rillenkugellager nachschmieren?

Beidseitig abgedichtete Lager sind auf Lebensdauer befettet und werden nicht nachgeschmiert. Offene Lager in Gehäusen mit Schmiernippel lassen sich über die Gehäusebohrung nachschmieren; Fettsorte, Menge und Intervall nennt der Maschinen- oder Lagerhersteller. Zu viel Fett erhöht Reibung und Temperatur und ist ebenso schädlich wie zu wenig.

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