Kurz erklärt
Ein Drehgeber (Encoder) ist ein Sensor, der die Drehbewegung einer Welle in elektrische Signale für Position, Winkel oder Drehzahl umwandelt.
Inhalt
Was ist Drehgeber?
Drehgeber erfassen, wie weit und wie schnell sich eine Welle dreht. Sie liefern Steuerungen und Antriebsreglern die Rückmeldung für Positionieren, Synchronisieren oder Drehzahlregelung, etwa an Werkzeugmaschinen, Förderbändern oder Druckmaschinen. Man unterscheidet Inkrementalgeber, die Impulse pro Umdrehung ausgeben, und Absolutwertgeber, die jeder Winkelstellung einen eindeutigen Wert zuordnen.
Absolutwertgeber gibt es als Singleturn für eine Umdrehung und als Multiturn, der zusätzlich ganze Umdrehungen zählt. Abgetastet wird optisch oder magnetisch. Wichtige Kenngrößen sind Auflösung (Impulse oder Schritte pro Umdrehung), Schnittstelle (etwa TTL, HTL, Sinus/Kosinus, SSI oder Feldbus), Versorgungsspannung, Wellenausführung (Vollwelle oder Hohlwelle), Flanschform und Schutzart. Daneben gibt es lagerlose Geber und Ausführungen für explosionsgefährdete Bereiche. Bei Servoantrieben ist der Geber oft im Motor integriert und auf den jeweiligen Antriebsregler abgestimmt.
Ausfälle entstehen häufig durch Lagerverschleiß, Wellenversatz, Vibrationen, Feuchtigkeit oder beschädigte Kabel. Ein Ersatzgerät muss elektrisch und mechanisch passen; bei Absolutwertgebern ist nach dem Tausch oft ein Referenzieren der Achse nötig. Eine elastische Wellenkupplung oder Drehmomentstütze verhindert, dass Wellenversatz die Lager überlastet.
Praxis in Instandhaltung und Beschaffung
Für eine Anfrage werden Herstellerteilenummer, Auflösung, Schnittstelle, Versorgungsspannung, Wellen- oder Hohlwellendurchmesser, Flanschart und Steckerbelegung benötigt. Planen Sie nach dem Austausch Zeit für die Nullpunkt- oder Referenzeinstellung ein.
Synonyme und Abkürzungen: Encoder · Inkrementalgeber · Absolutwertgeber · Winkelcodierer · Rotary Encoder
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Inkrementalgeber und Absolutwertgeber?
Ein Inkrementalgeber gibt bei Drehung Impulse aus, aus denen die Steuerung Weg und Drehzahl berechnet. Nach einem Spannungsausfall ist die Position unbekannt und muss neu referenziert werden. Ein Absolutwertgeber liefert für jede Stellung einen eindeutigen Wert, sodass die Position auch nach dem Einschalten sofort bekannt ist.
Welche Angaben braucht man, um einen Drehgeber zu ersetzen?
Wichtig sind Herstellerteilenummer, Gebertyp, Auflösung, Ausgangs- oder Schnittstellensignal, Versorgungsspannung, Wellenausführung mit Durchmesser, Flansch- oder Befestigungsart, Steckertyp und Schutzart. Bei Multiturn-Absolutwertgebern zählt auch die Anzahl der erfassbaren Umdrehungen. Fehlt das Typenschild, helfen Fotos der Mechanik und des Anschlusses.
Was bedeutet die Auflösung eines Drehgebers?
Die Auflösung gibt an, wie viele Impulse oder Messschritte ein Geber pro Umdrehung liefert. Je höher sie ist, desto feiner kann Position oder Drehzahl erfasst werden. Beim Ersatz muss die Auflösung zur Parametrierung von Steuerung oder Umrichter passen, sonst stimmen Wege und Drehzahlen nicht mehr.