Kurz erklärt
Die EMV-Richtlinie 2014/30/EU stellt sicher, dass elektrische Geräte andere nicht unzulässig stören und selbst ausreichend störfest sind.
Inhalt
Was ist EMV-Richtlinie?
EMV steht für elektromagnetische Verträglichkeit. Die Richtlinie 2014/30/EU verlangt zwei Dinge: Ein Gerät darf nur so viel elektromagnetische Störungen aussenden, dass andere Geräte und Funkdienste bestimmungsgemäß arbeiten können (Störaussendung), und es muss gegenüber den in seiner Umgebung üblichen Störungen ausreichend unempfindlich sein (Störfestigkeit). In Deutschland ist sie über das EMV-Gesetz umgesetzt.
Die Richtlinie unterscheidet Geräte und ortsfeste Anlagen. Geräte benötigen eine Konformitätsbewertung, technische Unterlagen, eine EU-Konformitätserklärung und die CE-Kennzeichnung. Ortsfeste Anlagen, etwa eine fest installierte Produktionslinie, müssen nach anerkannten Regeln der Technik errichtet werden, erhalten aber keine CE-Kennzeichnung als Ganzes. Für Industrieumgebungen gibt es harmonisierte Fachgrundnormen zur Störfestigkeit und Störaussendung, etwa aus der Reihe EN 61000-6.
In der Instandhaltung spielen EMV-Fragen bei Frequenzumrichtern, Netzteilen, Steuerungen und Sensoren eine Rolle. Ein Ersatzgerät mit anderer EMV-Auslegung oder falsch ausgeführter Schirmung kann Störungen verursachen. Maßgeblich ist der Richtlinientext; dieser Eintrag ersetzt keine Rechtsberatung.
Praxis in Instandhaltung und Beschaffung
Achten Sie beim Ersatz von Umrichtern oder Netzteilen darauf, dass das Ersatzgerät für Industrieumgebungen ausgelegt ist, und übernehmen Sie Filter, Schirmung und Erdung wie im Original. Viele Störungsbilder nach einem Tausch gehen auf geänderte Verkabelung statt auf das Gerät selbst zurück.
Synonyme und Abkürzungen: EMV · EMC Directive · Richtlinie 2014/30/EU · elektromagnetische Verträglichkeit
Häufige Fragen
Was bedeutet Störaussendung und Störfestigkeit?
Störaussendung beschreibt, wie viel elektromagnetische Energie ein Gerät leitungsgebunden oder abgestrahlt an seine Umgebung abgibt. Störfestigkeit beschreibt, wie gut ein Gerät solchen Störungen standhält, ohne dass seine Funktion beeinträchtigt wird. Die EMV-Richtlinie verlangt beides. Prüfnormen legen fest, wie gemessen wird und welche Anforderungen für Wohn- oder Industrieumgebungen gelten.
Braucht eine ortsfeste Anlage eine CE-Kennzeichnung nach EMV-Richtlinie?
Nein. Ortsfeste Anlagen, also fest installierte Kombinationen aus Geräten an einem bestimmten Ort, erhalten nach der EMV-Richtlinie keine CE-Kennzeichnung als Ganzes. Sie müssen nach anerkannten Regeln der Technik errichtet und dokumentiert werden. Die einzelnen Geräte darin benötigen dagegen in der Regel eine eigene CE-Kennzeichnung. Andere Rechtsvorschriften, etwa für Maschinen, können zusätzlich gelten.
Was ist der Unterschied zwischen EMV-Richtlinie und Niederspannungsrichtlinie?
Die Niederspannungsrichtlinie schützt vor elektrischen Gefahren wie Stromschlag oder Brand durch Betriebsmittel im Niederspannungsbereich. Die EMV-Richtlinie regelt dagegen die gegenseitige Beeinflussung elektrischer Geräte durch elektromagnetische Felder, unabhängig von der Spannung. Viele Industriekomponenten müssen beide Richtlinien erfüllen, was in der EU-Konformitätserklärung aufgeführt wird.