Zurück zum Glossar

Normen & Kennzeichnung

CE-Kennzeichnung

Kurz erklärt

Mit der CE-Kennzeichnung erklärt der Hersteller, dass ein Produkt alle anwendbaren EU-Harmonisierungsvorschriften erfüllt; sie ist kein Qualitätssiegel.

Inhalt
  1. Was ist CE-Kennzeichnung?
  2. Praxis in Instandhaltung und Beschaffung
  3. Häufige Fragen
  4. Verwandte Begriffe
  5. Weiterlesen

Was ist CE-Kennzeichnung?

Die CE-Kennzeichnung ist Voraussetzung dafür, dass bestimmte Produkte im Europäischen Wirtschaftsraum in Verkehr gebracht werden dürfen. Sie ist nur für Produkte vorgesehen, die unter mindestens eine Richtlinie oder Verordnung fallen, die sie vorschreibt, etwa Maschinen, Niederspannungsgeräte, Druckgeräte, Produkte für explosionsgefährdete Bereiche oder Geräte mit Anforderungen an die elektromagnetische Verträglichkeit. Die allgemeinen Grundsätze regelt die Verordnung (EG) Nr. 765/2008.

Vor dem Anbringen führt der Hersteller ein Konformitätsbewertungsverfahren durch, erstellt die technische Dokumentation und stellt eine EU-Konformitätserklärung aus. Je nach Produkt und Risiko ist eine benannte Stelle einzubeziehen, deren Kennnummer dann neben dem CE-Zeichen steht. Für Maschinen gilt ab dem 20. Januar 2027 die Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 anstelle der Maschinenrichtlinie.

Importeure aus Drittstaaten haben eigene Prüfpflichten: Sie müssen sicherstellen, dass Konformitätsbewertung, Dokumentation und Kennzeichnung vorliegen.

Praxis in Instandhaltung und Beschaffung

Bei Ersatzteilen hängt die Kennzeichnungspflicht davon ab, ob das Teil selbst unter eine Harmonisierungsvorschrift fällt. Bei Teilen aus Drittländern sollten CE-Kennzeichnung und Konformitätserklärung vor der Bestellung geklärt werden.

Synonyme und Abkürzungen: CE-Zeichen · CE-Kennzeichen · CE Marking

Häufige Fragen

Wer prüft, ob eine CE-Kennzeichnung zu Recht angebracht ist?

Die Verantwortung liegt beim Hersteller, der die Konformität selbst bewertet und erklärt. Eine allgemeine staatliche Vorabzulassung gibt es nicht; nur bei bestimmten Produkten muss eine benannte Stelle beteiligt werden. Kontrolliert wird nachträglich durch die Marktüberwachungsbehörden der Mitgliedstaaten, die Unterlagen anfordern, Produkte prüfen und bei Verstößen Maßnahmen bis zum Vertriebsverbot ergreifen können.

Brauchen Ersatzteile eine eigene CE-Kennzeichnung?

Das hängt vom Teil ab. Komponenten, die selbst unter eine Harmonisierungsvorschrift fallen, etwa viele elektrische Betriebsmittel, Sicherheitsbauteile oder Geräte für explosionsgefährdete Bereiche, tragen eine eigene Kennzeichnung. Reine Bauteile wie Dichtungen oder Lager in der Regel nicht. Verbindlich ist im Einzelfall die Auskunft der zuständigen Marktüberwachungsbehörde; dieser Eintrag ersetzt keine Rechtsberatung.

Woran erkennt man eine fragwürdige CE-Kennzeichnung?

Warnsignale sind abweichende Proportionen oder ein zu kleines Zeichen, das in der Regel mindestens 5 mm hoch sein muss, eine fehlende oder unvollständige EU-Konformitätserklärung und Kennnummern benannter Stellen, die nicht zum Produkt passen. Kennnummern lassen sich in der öffentlichen Datenbank der Europäischen Kommission überprüfen. Im Zweifel sollte die Konformitätserklärung vor der Bestellung angefordert werden.

Weiterlesen