Kurz erklärt
Der indirekte Einkauf beschafft Güter und Leistungen, die nicht ins Endprodukt eingehen, etwa MRO-Material, Dienstleistungen und Betriebsmittel.
Inhalt
Was ist Indirekter Einkauf?
Im Gegensatz zum direkten Einkauf, der Rohstoffe und Komponenten für die Produktion bezieht, deckt der indirekte Einkauf den Bedarf des Unternehmensbetriebs. Dazu gehören Ersatz- und Verschleißteile, Werkzeuge, Arbeitsschutz, Büro- und IT-Bedarf, Facility-Leistungen, Energie, Logistik- und Beratungsleistungen sowie Investitionsgüter.
Kennzeichnend sind viele Bedarfsträger, heterogene Warengruppen, eine große Lieferantenzahl und häufig wenig standardisierte Prozesse. Ein erheblicher Teil der Bestellungen hat geringen Wert, verursacht aber ähnliche Prozesskosten wie größere Aufträge. Deshalb stehen im indirekten Einkauf Prozesseffizienz, Bedarfsbündelung und Lieferantenkonsolidierung oft stärker im Fokus als reine Preisverhandlungen.
Typische Instrumente sind Kataloge und elektronische Bestellsysteme, Rahmenverträge mit Abrufen, Einkaufskarten für Kleinbedarfe und das gezielte Management des Tail Spend. Für technische Teile ist zusätzlich Fachwissen nötig, damit Bestellungen eindeutig spezifiziert sind. Weil die Bedarfsträger über viele Abteilungen verteilt sind, entscheidet oft die Akzeptanz der Prozesse über den Erfolg: Bestellwege müssen einfacher sein als der Umweg am Einkauf vorbei.
Praxis in Instandhaltung und Beschaffung
In Produktionsbetrieben macht MRO-Material häufig den technisch anspruchsvollsten Teil des indirekten Bedarfs aus. Eine enge Abstimmung zwischen Instandhaltung und Einkauf verhindert Fehlbestellungen und Doppelbestände.
Synonyme und Abkürzungen: Indirect Procurement · indirekte Beschaffung · Nicht-Produktionsmaterial · Non-Production Material (NPM)
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen direktem und indirektem Einkauf?
Der direkte Einkauf beschafft Material, das unmittelbar in das verkaufte Produkt eingeht, etwa Rohstoffe, Halbzeuge oder Zukaufteile. Der indirekte Einkauf deckt alles andere, was ein Unternehmen für den Betrieb benötigt, von Ersatzteilen und Werkzeugen über Büromaterial bis zu Dienstleistungen. Direkter Bedarf lässt sich meist aus Produktionsplänen ableiten, indirekter Bedarf entsteht verstreut in vielen Abteilungen.
Welche Warengruppen gehören zum indirekten Einkauf?
Typische Warengruppen sind MRO-Material wie Ersatz- und Verschleißteile, Betriebs- und Hilfsstoffe, Werkzeuge und Arbeitsschutz, IT und Büroausstattung, Facility-Leistungen, Energie, Beratung, Personaldienstleistungen sowie Investitionsgüter. Die genaue Einteilung unterscheidet sich je nach Unternehmen und Branche. Gemeinsam ist diesen Gruppen, dass sie den Betrieb ermöglichen, aber nicht Bestandteil des Endprodukts werden.
Warum gilt der indirekte Einkauf als schwer steuerbar?
Bedarfe entstehen an vielen Stellen im Unternehmen, oft ohne zentrale Planung. Die Warengruppen sind sehr unterschiedlich, die Zahl der Lieferanten ist hoch, und viele Bestellungen haben geringen Wert. Dadurch fehlt häufig die Transparenz über Ausgaben und Verträge. Ein Teil des Bedarfs wird zudem direkt von Fachabteilungen bestellt. Kataloge, klare Bestellwege und Bündelung helfen, diese Vielfalt beherrschbar zu machen.