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Beschaffung & Einkauf

Single Sourcing

Kurz erklärt

Single Sourcing ist die bewusste Entscheidung, ein Material oder Teil nur von einem einzigen Lieferanten zu beziehen, obwohl Alternativen existieren.

Inhalt
  1. Was ist Single Sourcing?
  2. Praxis in Instandhaltung und Beschaffung
  3. Häufige Fragen
  4. Verwandte Begriffe
  5. Weiterlesen

Was ist Single Sourcing?

Single Sourcing bündelt den gesamten Bedarf eines Artikels oder einer Warengruppe bei einem Lieferanten. Vorteile sind höhere Mengen und damit bessere Konditionen, weniger Abstimmungsaufwand, einheitliche Qualität und eine engere Zusammenarbeit, etwa bei Entwicklung oder Lagerhaltung. Der Nachteil ist die Abhängigkeit: Fällt der Lieferant aus, fehlt kurzfristig eine Alternative.

Abzugrenzen ist Sole Sourcing. Dabei gibt es tatsächlich nur eine Bezugsquelle, etwa weil ein Teil patentgeschützt ist oder nur der Originalhersteller es fertigt. Bei Dual Sourcing und Multiple Sourcing wird der Bedarf dagegen bewusst auf zwei oder mehr Lieferanten verteilt, um Risiken zu streuen und Wettbewerb zu erhalten.

Ob Single Sourcing sinnvoll ist, hängt von Kritikalität, Marktlage und Wechselkosten ab. Eine Bewertung des Lieferantenrisikos, Notfallpläne und vertraglich vereinbarte Mindestbestände mindern die Abhängigkeit.

Praxis in Instandhaltung und Beschaffung

Bei Ersatzteilen entsteht faktisch oft Sole Sourcing, weil nur der Originalhersteller liefert. Wird ein solches Teil abgekündigt, fehlt die Alternative; eine frühzeitige Prüfung gleichwertiger Teile reduziert dieses Risiko.

Synonyme und Abkürzungen: Einzelquellenbeschaffung · Single Source

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Single Sourcing und Sole Sourcing?

Beim Single Sourcing entscheidet sich ein Unternehmen bewusst für nur einen Lieferanten, obwohl weitere verfügbar wären, etwa um Volumen zu bündeln. Beim Sole Sourcing gibt es dagegen tatsächlich nur eine Bezugsquelle, zum Beispiel wegen Schutzrechten oder einer exklusiven Fertigung. Der Unterschied ist wichtig für das Risikomanagement: Single Sourcing lässt sich bei Bedarf ändern, Sole Sourcing nur durch technische Alternativen.

Wann ist Single Sourcing sinnvoll?

Single Sourcing bietet sich an, wenn Bündelung deutliche Kostenvorteile bringt, hohe Qualitätskonstanz gefragt ist oder eine enge technische Zusammenarbeit nötig ist. Auch bei geringen Mengen kann ein zweiter Lieferant mehr Aufwand verursachen als er nützt. Voraussetzung ist ein verlässlicher, wirtschaftlich stabiler Partner. Für kritische Teile sollten dennoch Notfallpläne bestehen, etwa vereinbarte Sicherheitsbestände oder eine vorab qualifizierte Ausweichquelle.

Wie lässt sich das Risiko beim Single Sourcing begrenzen?

Hilfreich sind regelmäßige Lieferantenbewertungen und die Beobachtung der wirtschaftlichen Lage des Partners. Vertraglich lassen sich Mindestbestände beim Lieferanten, Reaktionszeiten und Informationspflichten bei Produktänderungen oder Abkündigungen vereinbaren. Zusätzlich kann eine zweite Quelle technisch vorqualifiziert werden, ohne dauerhaft bei ihr zu bestellen. So bleibt der Bündelungsvorteil erhalten und ein Wechsel im Ernstfall möglich.

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