Kurz erklärt
Eine Qualitätsprüfung stellt fest, ob ein Produkt die festgelegten Anforderungen an Maße, Material, Funktion, Kennzeichnung und Dokumentation erfüllt.
Inhalt
Was ist Qualitätsprüfung?
Qualitätsprüfungen finden an verschiedenen Stellen der Lieferkette statt: in der Fertigung des Herstellers, vor dem Versand beim Lieferanten, im Wareneingang des Kunden oder vor dem Einbau. Geprüft wird gegen eine Spezifikation, zum Beispiel Zeichnung, Datenblatt, Norm oder Qualitätssicherungsvereinbarung.
Prüfarten reichen von der Sichtprüfung über Maß- und Gewichtskontrollen bis zu Funktionstests, Werkstoffprüfungen und zerstörungsfreien Verfahren wie Ultraschall- oder Farbeindringprüfung. Je nach Risiko wird jedes Teil geprüft oder eine Stichprobe nach festgelegten Regeln, etwa nach ISO 2859-1 mit einem vereinbarten AQL-Wert. Die Ergebnisse werden in Prüfprotokollen oder Prüfbescheinigungen nach DIN EN 10204 dokumentiert.
Wichtig ist die Trennung zwischen Prüfung und Bewertung: Die Prüfung liefert Messwerte und Befunde, die Entscheidung über Annahme, Nacharbeit oder Rücksendung trifft der Verantwortliche auf Grundlage der vereinbarten Kriterien.
Praxis in Instandhaltung und Beschaffung
Bei Ersatzteilen aus unbekannten oder neuen Quellen sollte der Prüfumfang höher angesetzt werden als bei etablierten Lieferanten. Fotos, Maßprotokolle und Kopien der Kennzeichnung schaffen eine belastbare Grundlage für die Freigabe.
Synonyme und Abkürzungen: Qualitätskontrolle · Quality Inspection · Warenprüfung · QC
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen 100-%-Prüfung und Stichprobenprüfung?
Bei der 100-%-Prüfung wird jedes einzelne Teil geprüft. Das ist aufwendig, aber bei sicherheitsrelevanten Teilen oder kleinen Mengen üblich. Bei der Stichprobenprüfung wird nur ein Teil des Loses untersucht und anhand festgelegter Annahmekriterien über das ganze Los entschieden. Sie spart Aufwand, lässt aber ein vereinbartes Restrisiko zu, dass fehlerhafte Teile unentdeckt bleiben.
Welche zerstörungsfreien Prüfverfahren gibt es?
Zu den gängigen Verfahren zählen Sichtprüfung, Farbeindringprüfung und Magnetpulverprüfung für Oberflächenrisse, Ultraschall- und Durchstrahlungsprüfung für innere Fehler sowie Wirbelstromprüfung für leitfähige Werkstoffe. Welches Verfahren geeignet ist, hängt von Werkstoff, Bauteilform und gesuchtem Fehlertyp ab. Das geprüfte Teil bleibt dabei unbeschädigt und kann anschließend verwendet werden.
Wer legt fest, was bei einer Qualitätsprüfung geprüft wird?
In der Regel der Besteller, indem er Anforderungen in Bestellung, Zeichnung, Spezifikation oder Qualitätssicherungsvereinbarung festhält. Daraus entsteht ein Prüfplan mit Merkmalen, Prüfmethoden, Stichprobenumfang und Annahmekriterien. Fehlen klare Vorgaben, prüft jede Seite nach eigenem Ermessen, was später leicht zu Streit über Abweichungen führt.