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Ersatzteile & Obsoleszenz

Meldebestand (Bestellpunkt)

Kurz erklärt

Der Meldebestand ist die Lagermenge, bei deren Erreichen eine Nachbestellung ausgelöst wird, damit der Bestand bis zum Wareneingang reicht.

Inhalt
  1. Was ist Meldebestand?
  2. Praxis in Instandhaltung und Beschaffung
  3. Häufige Fragen
  4. Verwandte Begriffe
  5. Weiterlesen

Was ist Meldebestand?

Der Meldebestand, auch Bestellpunkt genannt, verbindet Verbrauch und Wiederbeschaffungszeit. Er ist so bemessen, dass der Vorrat ab der Bestellung bis zum Eintreffen der neuen Lieferung ausreicht und der Sicherheitsbestand unangetastet bleibt.

Die gängige Formel lautet: Meldebestand = durchschnittlicher Verbrauch je Tag × Wiederbeschaffungszeit in Tagen + Sicherheitsbestand. Beispiel: Bei einem Verbrauch von 4 Stück pro Tag, einer Wiederbeschaffungszeit von 15 Tagen und einem Sicherheitsbestand von 20 Stück liegt der Meldebestand bei 80 Stück. Beim Bestellpunktverfahren prüft das System laufend den Bestand und erzeugt einen Bestellvorschlag, sobald dieser Wert unterschritten wird.

Bei Ersatzteilen stößt die Formel an Grenzen. Viele Teile werden nur sporadisch benötigt, sodass ein Durchschnittsverbrauch wenig aussagt. Für solche Positionen werden oft feste Mindestmengen festgelegt, die sich an der Zahl verbauter Einheiten, der Kritikalität und der Wiederbeschaffungszeit orientieren. Auch Lieferantenwechsel oder neue Bezugsquellen verändern die Wiederbeschaffungszeit und damit den Bestellpunkt.

Praxis in Instandhaltung und Beschaffung

Meldebestände sollten regelmäßig mit tatsächlichen Lieferzeiten abgeglichen werden, denn verlängerte Wiederbeschaffungszeiten machen alte Werte schnell zu niedrig. Für selten benötigte, kritische Teile ist eine bewusst festgelegte Mindestmenge meist sinnvoller als ein rechnerischer Wert.

Synonyme und Abkürzungen: Bestellpunkt · Bestellbestand · Meldemenge · Reorder Point · ROP

Häufige Fragen

Wie berechnet man den Meldebestand?

Man multipliziert den durchschnittlichen Tagesverbrauch mit der Wiederbeschaffungszeit in Tagen und addiert den Sicherheitsbestand. Werden täglich 10 Einheiten verbraucht, dauert die Wiederbeschaffung 8 Tage und beträgt der Sicherheitsbestand 30 Einheiten, ergibt sich ein Meldebestand von 110 Einheiten.

Was ist der Unterschied zwischen Meldebestand und Sicherheitsbestand?

Der Sicherheitsbestand ist ein Puffer, der unvorhergesehene Schwankungen bei Verbrauch oder Lieferzeit abfängt und im Normalfall nicht angegriffen wird. Der Meldebestand ist der Auslösepunkt für eine Bestellung. Er enthält den Sicherheitsbestand plus den erwarteten Verbrauch während der Wiederbeschaffungszeit.

Funktioniert der Meldebestand auch für Ersatzteile?

Für regelmäßig verbrauchte Teile wie Filter oder Dichtungen ja. Bei Teilen mit sehr seltenem, unregelmäßigem Bedarf ist der Durchschnittsverbrauch wenig aussagekräftig. Hier wird der Bestand eher über feste Mindestmengen gesteuert, die sich an Kritikalität, verbauten Einheiten und Lieferzeit orientieren.

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