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Beschaffung & Einkauf

Make-or-Buy-Entscheidung

Kurz erklärt

Die Make-or-Buy-Entscheidung klärt, ob ein Unternehmen ein Teil oder eine Leistung selbst erstellt oder von einem externen Lieferanten bezieht.

Inhalt
  1. Was ist Make-or-Buy-Entscheidung?
  2. Praxis in Instandhaltung und Beschaffung
  3. Häufige Fragen
  4. Verwandte Begriffe
  5. Weiterlesen

Was ist Make-or-Buy-Entscheidung?

Make or Buy ist eine klassische Fragestellung des strategischen Einkaufs und des Controllings. Sie betrifft Bauteile und Baugruppen ebenso wie Dienstleistungen, etwa Instandhaltungsarbeiten, Reparaturen oder die Beschaffung selbst. Zwischenformen sind Kooperationen, verlängerte Werkbänke oder die Fremdvergabe einzelner Arbeitsschritte. Die Entscheidung wird nicht nur einmalig getroffen, sondern sollte bei veränderten Kosten, Kapazitäten oder Anforderungen überprüft werden.

Grundlage ist ein Kostenvergleich: Den Kosten der Eigenfertigung für Material, Personal, Maschinenzeit und anteilige Gemeinkosten stehen Einkaufspreis und Nebenkosten des Fremdbezugs gegenüber. Kurzfristig zählen bei freier Kapazität oft nur die variablen Kosten, langfristig alle Kosten. Hinzu kommen qualitative Kriterien wie Know-how-Schutz, Qualität, Flexibilität, Abhängigkeit von Lieferanten, Kernkompetenz und Kapazitätsauslastung.

In der Instandhaltung stellt sich die Frage etwa bei der Eigenreparatur defekter Baugruppen, der Fertigung einfacher Ersatzteile in der eigenen Werkstatt oder der Auslagerung der Ersatzteilbeschaffung. Bei abgekündigten Teilen kann die Nachfertigung nach Zeichnung oder per Reverse Engineering eine Make-Option sein, die gegen den Kauf eines Nachfolgemodells abgewogen wird.

Praxis in Instandhaltung und Beschaffung

Für eine belastbare Entscheidung sollten auch versteckte Kosten erfasst werden: Prüfaufwand, Dokumentation, Lagerhaltung und Verantwortung für Mängel. Bei sicherheitsrelevanten Teilen ist zusätzlich zu klären, ob eine Eigenfertigung die Konformität der Maschine berührt.

Synonyme und Abkürzungen: Eigenfertigung oder Fremdbezug · Make or Buy · Insourcing oder Outsourcing · Eigen- vs. Fremdbezug

Häufige Fragen

Welche Kriterien gibt es bei der Make-or-Buy-Entscheidung?

Quantitativ zählen vor allem die Kosten der Eigenfertigung im Vergleich zum Einkaufspreis samt Nebenkosten sowie benötigte Investitionen. Qualitativ werden Know-how-Schutz, Qualitätsanforderungen, Flexibilität, Lieferrisiken, vorhandene Kapazitäten und die strategische Bedeutung des Teils bewertet. Häufig werden beide Seiten in einer gewichteten Bewertungsmatrix zusammengeführt.

Wie berechnet man Make or Buy?

Man ermittelt die Kosten der Eigenfertigung je Stück und vergleicht sie mit dem Bezugspreis einschließlich Nebenkosten. Bei freien Kapazitäten reicht kurzfristig der Vergleich mit den variablen Kosten, weil Fixkosten ohnehin anfallen. Langfristig sind die Vollkosten maßgeblich. Aus der Differenz lässt sich auch eine kritische Menge ableiten, ab der Eigenfertigung günstiger wird.

Wann lohnt sich Fremdbezug?

Fremdbezug lohnt sich typischerweise, wenn Lieferanten durch Spezialisierung günstiger oder besser fertigen, eigene Kapazitäten fehlen, der Bedarf gering oder schwankend ist oder das Teil nicht zur Kernkompetenz gehört. Bei Teilen mit sensiblem Know-how oder hoher Bedeutung für die Produktqualität entscheiden sich Unternehmen dagegen eher für die Eigenfertigung.

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