Kurz erklärt

RoHS bezeichnet die EU-Richtlinie 2011/65/EU, die die Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten beschränkt.

Inhalt
  1. Was ist RoHS?
  2. Praxis in Instandhaltung und Beschaffung
  3. Häufige Fragen
  4. Verwandte Begriffe
  5. Weiterlesen

Was ist RoHS?

Die Abkürzung RoHS steht für Restriction of Hazardous Substances. Die Richtlinie 2011/65/EU legt fest, dass Elektro- und Elektronikgeräte bestimmte Stoffe nur bis zu festgelegten Höchstkonzentrationen enthalten dürfen. Dazu gehören Blei, Quecksilber, Cadmium, sechswertiges Chrom und die Flammschutzmittel PBB und PBDE. Mit der Delegierten Richtlinie (EU) 2015/863 kamen vier Phthalate hinzu, die als Weichmacher verwendet werden.

Die Höchstkonzentrationen beziehen sich auf homogene Werkstoffe, also auf einzelne Materialien eines Bauteils und nicht auf das Gesamtgerät; für Cadmium gilt ein niedrigerer Wert als für die übrigen Stoffe. Für bestimmte Anwendungen, für die es technisch noch keinen Ersatz gibt, bestehen befristete Ausnahmen in den Anhängen der Richtlinie. Die Einhaltung ist Teil der Konformitätsbewertung und wird über die CE-Kennzeichnung und die EU-Konformitätserklärung dokumentiert.

Für Ersatzteile gelten Sonderregeln: Ersatzteile zur Reparatur oder Wiederverwendung bestimmter älterer Geräte können unter Ausnahmen fallen. Abzugrenzen ist RoHS von der Chemikalienverordnung REACH (EG) Nr. 1907/2006, die Stoffe allgemein und unabhängig von der Produktart regelt.

Praxis in Instandhaltung und Beschaffung

Bei Ersatzteilen für Elektro- und Elektronikgeräte sollte geklärt werden, ob eine RoHS-Konformitätsaussage des Herstellers vorliegt oder eine Ausnahme greift. Verbindlich ist im Einzelfall die Auslegung der zuständigen Behörden; dieser Eintrag ersetzt keine Rechtsberatung.

Synonyme und Abkürzungen: RoHS-Richtlinie · RoHS 2 · RoHS 3 · Restriction of Hazardous Substances

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen RoHS und REACH?

RoHS gilt nur für Elektro- und Elektronikgeräte und beschränkt dort eine festgelegte Liste von Stoffen. REACH, die Verordnung (EG) Nr. 1907/2006, regelt Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe allgemein, auch in Erzeugnissen aller Art. Ein Produkt kann deshalb RoHS-konform sein und trotzdem Informationspflichten nach REACH auslösen, etwa bei besonders besorgniserregenden Stoffen.

Welche Stoffe beschränkt RoHS?

Beschränkt sind Blei, Quecksilber, Cadmium, sechswertiges Chrom, polybromierte Biphenyle (PBB) und polybromierte Diphenylether (PBDE). Durch die Delegierte Richtlinie (EU) 2015/863 kamen die Phthalate DEHP, BBP, DBP und DIBP hinzu. Damit umfasst die Liste zehn Stoffe, für die jeweils Höchstkonzentrationen in homogenen Werkstoffen gelten.

Was ist mit RoHS 2 und RoHS 3 gemeint?

RoHS 2 ist eine gebräuchliche Bezeichnung für die Richtlinie 2011/65/EU, die die erste RoHS-Richtlinie ersetzt hat. Als RoHS 3 wird häufig die Erweiterung durch die Delegierte Richtlinie (EU) 2015/863 um vier Phthalate bezeichnet. Rechtlich handelt es sich nicht um eine eigenständige dritte Richtlinie, sondern um eine Änderung von 2011/65/EU.

Müssen Ersatzteile RoHS-konform sein?

Grundsätzlich gelten die Beschränkungen auch für Ersatzteile. Die Richtlinie sieht jedoch Ausnahmen vor, etwa für Ersatzteile zur Reparatur von Geräten, die vor Geltungsbeginn der jeweiligen Beschränkung in Verkehr gebracht wurden. Ob eine Ausnahme greift, hängt vom Einzelfall ab; verbindlich ist die Auslegung der zuständigen Marktüberwachungsbehörden.

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