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Automatisierung & Antriebstechnik

Getriebemotor

Kurz erklärt

Ein Getriebemotor ist eine Antriebseinheit aus Elektromotor und angebautem Getriebe, die Drehzahl reduziert und das Drehmoment an der Abtriebswelle erhöht.

Inhalt
  1. Was ist Getriebemotor?
  2. Praxis in Instandhaltung und Beschaffung
  3. Häufige Fragen
  4. Verwandte Begriffe
  5. Weiterlesen

Was ist Getriebemotor?

Bei einem Getriebemotor sind Motor und Getriebe zu einer kompakten Einheit verbunden. Das Getriebe setzt die hohe Motordrehzahl auf die an der Maschine benötigte Drehzahl herab und erhöht dabei das Drehmoment entsprechend. Getriebemotoren treiben Förderbänder, Rührwerke, Hubeinrichtungen, Dosierer und viele weitere Maschinen an.

Nach Getriebeart unterscheidet man unter anderem Stirnradgetriebemotoren mit koaxialer Abtriebswelle, Flachgetriebemotoren für Aufsteckmontage, Kegelradgetriebemotoren mit rechtwinkligem Abtrieb und gutem Wirkungsgrad sowie Schneckengetriebemotoren, die kompakt und laufruhig sind, aber geringere Wirkungsgrade erreichen. Wichtige Kenngrößen sind Übersetzung, Abtriebsdrehzahl, Abtriebsdrehmoment, zulässige Querkraft und der Betriebsfaktor, der angibt, wie viel Reserve das Getriebe gegenüber der Belastung im jeweiligen Einsatz hat.

Verschleißbehaftet sind vor allem Wellendichtringe, Lager und das Getriebeöl. Bei einem Ausfall stellt sich die Frage, ob Motor oder Getriebe einzeln instand gesetzt werden können oder die gesamte Einheit zu ersetzen ist. Abtriebsmaße, Befestigung und Einbaulage bestimmen, ob ein alternatives Fabrikat ohne Anpassung passt.

Praxis in Instandhaltung und Beschaffung

Für eine Anfrage werden die Typenschilddaten von Motor und Getriebe benötigt, außerdem Einbaulage, Abtriebswelle (Vollwelle oder Hohlwelle mit Maßen), Flansch oder Fußbefestigung sowie eventuelle Bremse. Ein Foto der Einbausituation hilft bei der Prüfung von Alternativen.

Synonyme und Abkürzungen: Getriebemotor · Gear Motor · Geared Motor · Antriebseinheit

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Stirnrad- und Kegelradgetriebemotor?

Beim Stirnradgetriebemotor liegt die Abtriebswelle in einer Linie mit der Motorwelle oder parallel dazu. Beim Kegelradgetriebemotor wird die Drehbewegung um 90 Grad umgelenkt, sodass der Motor quer zur angetriebenen Welle liegt. Die Wahl hängt vor allem vom verfügbaren Bauraum und der Anordnung der Maschine ab; beide Bauarten erreichen gute Wirkungsgrade.

Was gibt der Betriebsfaktor bei Getriebemotoren an?

Der Betriebsfaktor beschreibt das Verhältnis zwischen dem zulässigen Drehmoment des Getriebes und dem tatsächlich geforderten Drehmoment. Er berücksichtigt Einflüsse wie Stoßbelastung, Schalthäufigkeit und tägliche Laufzeit. Ein Faktor größer als der für die Anwendung empfohlene Mindestwert bedeutet Reserve; zu kleine Werte verkürzen die Lebensdauer von Verzahnung und Lagern.

Welche Angaben braucht man für einen Ersatz-Getriebemotor?

Erforderlich sind Leistung, Spannung und Frequenz des Motors, Abtriebsdrehzahl oder Übersetzung, Abtriebsdrehmoment, Getriebeart, Einbaulage sowie Art und Maße der Abtriebswelle. Hinzu kommen Befestigungsart, Flanschmaße und Zusatzausstattung wie Bremse oder Drehgeber. Fehlen Typenschilddaten, helfen Maße und Fotos der Einbausituation.

Warum ist die Einbaulage beim Getriebemotor wichtig?

Von der Einbaulage hängen Ölmenge, Position von Entlüftung, Ölstands- und Ablassschraube sowie die Schmierung der Verzahnung ab. Wird ein Getriebe in einer anderen Lage betrieben als vorgesehen, können Teile unzureichend geschmiert werden oder Öl austreten. Deshalb gehört die Einbaulage zu jeder Ersatzteilanfrage.

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