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MRO & Instandhaltung

Gesamtanlageneffektivität (OEE)

Kurz erklärt

Die Gesamtanlageneffektivität (OEE) ist eine Kennzahl, die Verfügbarkeit, Leistung und Qualität einer Anlage multipliziert und ihre echte Produktivität zeigt.

Inhalt
  1. Was ist Gesamtanlageneffektivität?
  2. Praxis in Instandhaltung und Beschaffung
  3. Häufige Fragen
  4. Verwandte Begriffe
  5. Weiterlesen

Was ist Gesamtanlageneffektivität?

OEE steht für Overall Equipment Effectiveness. Die Kennzahl setzt die tatsächlich erzeugte Menge an Gutteilen ins Verhältnis zu dem, was die Anlage in der geplanten Produktionszeit theoretisch hätte herstellen können. Sie ist eng mit Total Productive Maintenance verbunden und wird als Prozentwert angegeben.

Berechnet wird OEE = Verfügbarkeit × Leistung × Qualität. Ein Beispiel: Eine Anlage ist für 480 Minuten eingeplant, steht davon 60 Minuten still und läuft 420 Minuten; die Verfügbarkeit beträgt 87,5 Prozent. Bei einer idealen Taktzeit von einer Minute wären 420 Teile möglich, produziert werden 378; die Leistung liegt bei 90 Prozent. Davon sind 360 Teile in Ordnung, die Qualitätsrate beträgt rund 95,2 Prozent. Daraus ergibt sich eine OEE von 75 Prozent.

Die Faktoren bilden typische Verlustarten ab: Verfügbarkeitsverluste durch Ausfälle, Rüsten und Materialmangel, Leistungsverluste durch Kurzstillstände und reduzierte Geschwindigkeit, Qualitätsverluste durch Ausschuss, Nacharbeit und Anlaufverluste. Fehlende Ersatzteile schlagen direkt als Verfügbarkeitsverlust zu Buche.

Praxis in Instandhaltung und Beschaffung

Werden Stillstandsgründe sauber erfasst, zeigt die OEE-Auswertung, welcher Anteil der Verfügbarkeitsverluste auf Warten auf Ersatzteile entfällt. Diese Zahl ist eine belastbare Grundlage, um Bevorratung oder Rahmenverträge für bestimmte Teile zu begründen.

Synonyme und Abkürzungen: Overall Equipment Effectiveness · Gesamtanlageneffizienz · Anlageneffektivität

Häufige Fragen

Wie berechnet man die OEE?

Die OEE ist das Produkt aus drei Faktoren: Verfügbarkeit (Laufzeit geteilt durch geplante Produktionszeit), Leistung (tatsächliche Menge geteilt durch die in der Laufzeit theoretisch mögliche Menge) und Qualität (Gutteile geteilt durch produzierte Teile). Eine Kurzformel lautet: Gutteile × ideale Taktzeit geteilt durch geplante Produktionszeit.

Was ist ein guter OEE-Wert?

Einen allgemeingültigen Zielwert gibt es nicht. Die erreichbare OEE hängt von Branche, Produktvielfalt, Losgrößen und Anlagentyp ab, und Unternehmen grenzen die geplante Produktionszeit unterschiedlich ab. Aussagekräftiger als ein Vergleich mit fremden Werten ist die Entwicklung der eigenen OEE über die Zeit und die Frage, welcher der drei Faktoren am stärksten bremst.

Was ist der Unterschied zwischen OEE und Verfügbarkeit?

Die Verfügbarkeit ist nur einer von drei Faktoren der OEE. Sie zeigt, wie lange eine Anlage während der geplanten Zeit tatsächlich läuft. Eine Anlage kann eine hohe Verfügbarkeit haben und trotzdem eine niedrige OEE, wenn sie langsamer als möglich läuft oder viel Ausschuss produziert.

Welche Verluste erfasst die OEE?

Erfasst werden Verluste in drei Gruppen: Verfügbarkeitsverluste wie Ausfälle, Rüst- und Wartezeiten, Leistungsverluste wie Kurzstillstände und verringerte Taktgeschwindigkeit sowie Qualitätsverluste durch Ausschuss, Nacharbeit und Anlaufverluste. Im TPM werden diese häufig als die sechs großen Verluste bezeichnet.

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