Kurz erklärt
Ein Angebotsvergleich stellt mehrere Angebote zu derselben Anfrage nach Preis, Leistung und Konditionen gegenüber, um das wirtschaftlichste auszuwählen.
Inhalt
Was ist Angebotsvergleich?
Der Angebotsvergleich folgt auf eine Anfrage (RFQ) an mehrere Lieferanten und bildet die Grundlage für die Vergabeentscheidung. Er macht Angebote vergleichbar, die oft unterschiedlich aufgebaut sind, und dokumentiert, warum ein Lieferant ausgewählt wurde. In vielen Unternehmen ist er ab bestimmten Bestellwerten intern vorgeschrieben. Gleichzeitig unterstützt er die Nachvollziehbarkeit bei internen Prüfungen.
Man unterscheidet den quantitativen Preisvergleich und den qualitativen Vergleich. Beim Preisvergleich werden alle Kosten auf eine gemeinsame Basis gebracht: Stückpreis, Mengenstaffeln, Rabatte, Zuschläge, Mindestmengen, Lieferbedingungen und Zahlungsziel. Der qualitative Vergleich bewertet Kriterien wie Lieferzeit, Gewährleistung, Zertifikate, Ergebnisse der Lieferantenbewertung und technische Übereinstimmung, häufig in einer gewichteten Nutzwertanalyse.
Bei Ersatzteilen ist die technische Prüfung besonders wichtig. Angebote können sich auf das Originalteil, ein Alternativteil oder eine abweichende Ausführung beziehen, ohne dass das auf den ersten Blick erkennbar ist. Ein Preisvorteil verliert seinen Wert, wenn das Teil nicht passt, deutlich später kommt oder ohne erforderliche Dokumente geliefert wird.
Praxis in Instandhaltung und Beschaffung
Für einen fairen Vergleich sollte schon die Anfrage einheitlich formuliert sein: Herstellerteilenummer, Menge, gewünschter Liefertermin, Lieferbedingung und benötigte Dokumente. Im Vergleich sollte für jedes Angebot vermerkt werden, ob Original oder Alternative angeboten wurde und welche Lieferzeit gilt.
Synonyme und Abkürzungen: Preisspiegel · Angebotsspiegel · Angebotsauswertung · Bid Comparison · Quotation Comparison
Häufige Fragen
Wie erstellt man einen Angebotsvergleich?
Zunächst werden alle Angebote in eine einheitliche Tabelle übertragen, mit Positionen, Mengen, Stückpreisen, Zuschlägen, Lieferzeit, Lieferbedingung und Zahlungsbedingungen. Dann werden die Gesamtkosten je Angebot berechnet und qualitative Kriterien bewertet, etwa technische Übereinstimmung und Zuverlässigkeit des Lieferanten. Abschließend wird die Entscheidung begründet und dokumentiert.
Was ist ein Preisspiegel?
Ein Preisspiegel ist die tabellarische Gegenüberstellung der Preise mehrerer Angebote, meist Position für Position. Er ist der quantitative Kern eines Angebotsvergleichs. Ein reiner Preisspiegel reicht aber selten aus, weil Lieferzeit, Qualität, Konditionen und technische Abweichungen die Frage, welches Angebot am wirtschaftlichsten ist, oft verändern.
Welche Kriterien gehören in einen Angebotsvergleich?
Neben dem Preis zählen Mengenrabatte, Mindestbestellmengen, Nebenkosten, Lieferzeit, Lieferbedingungen, Zahlungsziel, Gewährleistung, mitgelieferte Dokumente wie Zeugnisse oder Konformitätserklärungen sowie die bisherige Erfahrung mit dem Lieferanten. Bei technischen Teilen ist entscheidend, ob exakt das angefragte Teil oder eine Alternative angeboten wird.