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Ersatzteile & Obsoleszenz

Bestandsmanagement

Kurz erklärt

Bestandsmanagement umfasst Planung, Steuerung und Kontrolle von Lagerbeständen, um Verfügbarkeit zu sichern und gebundenes Kapital gering zu halten.

Inhalt
  1. Was ist Bestandsmanagement?
  2. Praxis in Instandhaltung und Beschaffung
  3. Häufige Fragen
  4. Verwandte Begriffe
  5. Weiterlesen

Was ist Bestandsmanagement?

Bestandsmanagement bewegt sich im Zielkonflikt zwischen Lieferbereitschaft und Kosten. Zu hohe Bestände binden Kapital, belegen Lagerfläche und veralten; zu niedrige führen zu Fehlmengen und im Fall von Ersatzteilen zu Anlagenstillständen. Aufgabe ist es, für jeden Artikel die passende Menge zur richtigen Zeit vorzuhalten. Dabei unterscheiden sich die Anforderungen je nach Artikelart deutlich, etwa zwischen Produktionsmaterial, Verbrauchsmaterial und Ersatzteilen.

Zu den Werkzeugen gehören Klassifizierungen wie ABC- und XYZ-Analyse, Dispositionsparameter wie Meldebestand, Sicherheitsbestand und Bestellmenge sowie Kennzahlen wie Lagerumschlag, Servicegrad und Reichweite. Gesteuert wird entweder verbrauchsgesteuert nach Vergangenheitswerten oder bedarfsgesteuert nach geplanten Aufträgen, etwa aus Wartungsplänen. Hinzu kommen Inventur, Bestandsbewertung und die Bereinigung nicht mehr benötigter Artikel.

Im Ersatzteilbereich gelten eigene Regeln. Viele Teile werden selten gebraucht, sind aber für den Betrieb unverzichtbar. Hier bestimmen Kritikalität, Anzahl verbauter Einheiten, Wiederbeschaffungszeit und Obsoleszenzrisiko die Bevorratung stärker als der Verbrauch. Ergänzend können Konsignationslager, Vendor Managed Inventory oder Rahmenverträge Bestände beim Lieferanten halten. Auch die Kosten eines möglichen Stillstands fließen in diese Abwägung ein.

Praxis in Instandhaltung und Beschaffung

Eine saubere Stammdatenbasis ist die Voraussetzung: Doppelt angelegte Artikel mit unterschiedlichen Bezeichnungen für dasselbe Teil treiben Bestände unbemerkt in die Höhe. Ein regelmäßiger Abgleich der Ersatzteile mit dem aktuellen Anlagenbestand zeigt, welche Teile noch gebraucht werden und welche abgebaut werden können.

Synonyme und Abkürzungen: Bestandsführung · Bestandsplanung · Inventory Management

Häufige Fragen

Was ist das Ziel von Bestandsmanagement?

Ziel ist, die benötigten Materialien in ausreichender Menge verfügbar zu halten und gleichzeitig Kapitalbindung, Lagerkosten und Veralterungsrisiken zu begrenzen. In der Praxis bedeutet das, für jeden Artikel einen angemessenen Servicegrad festzulegen und Bestellmengen sowie Bestellzeitpunkte so zu wählen, dass dieser Servicegrad wirtschaftlich erreicht wird.

Welche Kennzahlen nutzt man im Bestandsmanagement?

Gebräuchlich sind Lagerumschlagshäufigkeit, durchschnittliche Lagerdauer, Reichweite, Servicegrad oder Lieferbereitschaftsgrad, Fehlmengenquote und der Anteil von Artikeln ohne Bewegung über einen längeren Zeitraum. Für Ersatzteile ist zusätzlich aufschlussreich, wie viele Stillstände oder Verzögerungen durch fehlende Teile verursacht wurden.

Was ist der Unterschied zwischen Bestandsmanagement und Lagerverwaltung?

Die Lagerverwaltung kümmert sich um die physische Seite: Einlagerung, Lagerplätze, Kommissionierung und Inventur. Das Bestandsmanagement entscheidet, welche Artikel in welcher Menge überhaupt vorgehalten werden und wann nachbestellt wird. Beide greifen ineinander, verfolgen aber unterschiedliche Fragestellungen.

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